Wenn eine Band ins Studio eingeladen wird, um live einzuspielen, ist das kein normaler Proberaum-Nachmittag mit kaltem Kaffee und wackeligem Mikro. Die Melodic Rocker von MAGICAL HEART durften genau das in den Q7 Studios machen – und haben die Chance genutzt, um zwei Songs im frischen Live-Gewand festzuhalten. Das Ganze hört man jetzt auf ihrer EP „Live At Q7 Studio“. Klingt erstmal unspektakulär? Ist es nicht. Denn hier geht’s nicht um einfaches Nachspielen, sondern um Momentaufnahmen, bei denen jede Schweißperle und jeder Blick zwischen den Bandmitgliedern mitschwingt.
Mit „My Poison“ haben sie sich einen Song geschnappt, der für einen echten Neustart steht. Die Single markierte den ersten Release in neuer Besetzung und war gleichzeitig das erste musikalische Lebenszeichen nach dem zweiten Album „Heartsonic“. Inhaltlich geht’s um genau das, was Rockbands am Laufen hält: diese besondere Energie zwischen Bühne und Publikum. Dieses unsichtbare Band, das entsteht, wenn Fans jede Zeile mitsingen und die Band merkt, warum sich all die Kilometer im Tourbus lohnen. In der Q7-Session klingt der Track noch direkter, ein bisschen roher, aber genau dadurch auch ehrlicher. Man spürt, dass hier nicht auf Perfektion poliert wurde, sondern auf Gefühl gesetzt wird.
Der zweite Song im Bunde ist „We Are Not Lost“, ursprünglich vom Debütalbum „Another Wonderland“. Damals schon ein Statement, jetzt in der aktuellen Besetzung neu aufgenommen – und das hört man. Der Song hat nichts von seiner Kraft verloren, wirkt aber gereifter, selbstbewusster. Melodic Rock zeigt hier, dass er mehr kann als nur eingängige Refrains. Es geht um Zusammenhalt, um Orientierung in chaotischen Zeiten und um das Vertrauen darauf, dass man seinen Weg findet. Dass MAGICAL HEART sich für diese beiden Songs entschieden haben, ist kein Zufall: Einer steht für Aufbruch, der andere für Wurzeln. Zusammen ergibt das eine kleine, aber ziemlich runde Live-EP, die zeigt, wo die Band gerade steht. Ein Dank geht auch an Dani Arrow, der die Session möglich gemacht und organisatorisch den Rücken freigehalten hat – ohne so jemanden laufen solche Projekte nämlich selten so smooth.