Maik von Burladingen: „Bis mein Leben zu Ende geht“
Maik von Burladingen schreibt bei „Bis mein Leben zu Ende geht“ nicht über irgendeine erfundene Liebesgeschichte. Der Singer-Songwriter aus Burladingen im Killertal nimmt seine eigene Familie als Ausgangspunkt und formuliert ein Versprechen: Treue und Zusammenhalt sollen bleiben, unabhängig davon, was das Leben noch bereithält. Damit knüpft der Song thematisch an „Mein Kind“ an, ohne dessen Geschichte einfach noch einmal zu erzählen. Dort ging es um die väterliche Beschützerrolle, diesmal wird der Blick weiter. Familie als feste Konstante ist das Thema, und der Titel verrät bereits, wie weit Maik dieses Versprechen denkt. Der persönliche Hintergrund dazu ist ernst. Seit 2016 gehört der schwere Krankheitskampf seiner Partnerin zum Familienalltag. Diese Erfahrung fließt in sein Songwriting ein und erklärt, weshalb Begriffe wie Beständigkeit und Zusammenhalt bei ihm nicht nur als hübsche Pop-Vokabeln auftauchen. „Bis mein Leben zu Ende geht“ ist aus einer Lebenssituation heraus entstanden, in der solche Zusagen ganz praktisch Gewicht bekommen. Statt den familiären Hintergrund zum bloßen Drama für einen Song aufzublasen, bleibt die Aussage klar: da sein und bleiben. Das ist ziemlich schnörkellos und passt zu einem Musiker, der seine Texte aus eigenen Erfahrungen entwickelt. Wo andere Popsongs erst komplizierte Beziehungskonstruktionen benötigen, reicht hier ein Satz als Kern. Das Versprechen gilt bis zum Ende des eigenen Lebens.
Musikalisch bewegt sich Maik von Burladingen mit der neuen Single im Pop. Beats und eingängige Melodien bilden das Gerüst, dazu kommt seine warme Gesangsstimme. Als Songwriter und Produzent bringt er die nötige Erfahrung mit, um seine persönliche Geschichte selbst musikalisch zu formen. Gerade der Unterschied zum Vorgänger ist interessant. „Mein Kind“ war als Ballade angelegt und behandelte die Beziehung zwischen Vater und Kind. Die Resonanz darauf lässt sich auch mit Zahlen belegen: Der Titel erreichte mehrere Wochen Platz eins der Hörercharts bei Mehr Davon Radio und hielt sich 16 Wochen in den DDTOP100-Charts. Für „Bis mein Leben zu Ende geht“ wird der familiäre Gedanke nun in eine stärker auf Pop ausgerichtete Produktion übertragen. Inhaltlich bleibt Maik bei konkreten Erfahrungen, musikalisch stehen diesmal Beats und eine leicht zugängliche Melodieführung neben seiner Stimme. Das vermeidet zumindest den Eindruck, lediglich einen zweiten Teil von „Mein Kind“ aufzunehmen. Die Verbindung zwischen beiden Songs entsteht vielmehr durch die Perspektive des Autors. Erst spricht der Vater zum Kind, anschließend formuliert der Familienmensch ein umfassenderes Treueversprechen. Dass der Titel dabei ziemlich groß ausfällt, ist kein Zufall. Wer „bis mein Leben zu Ende geht“ sagt, lässt schließlich wenig Spielraum für ein Kleingedrucktes. Genau darin steckt die zentrale Idee des Songs: Zusammenhalt wird nicht als kurzfristige Reaktion auf eine schwierige Situation beschrieben, sondern als dauerhafte Entscheidung.
Der Krankheitskampf seiner Partnerin bildet dabei einen biografischen Hintergrund, der Maik von Burladingens Arbeit seit Jahren begleitet. Aus den damit verbundenen Belastungen entstehen Texte, die nah an seinem Familienleben bleiben. Bei „Bis mein Leben zu Ende geht“ führt das nicht zu einer detaillierten Schilderung von Krankheit, sondern zu einer Aussage über das Bleiben. Darin liegt auch der wesentliche Unterschied zwischen persönlichem Songwriting und einer bloß allgemein gehaltenen Liebeserklärung. Man kennt den Anlass, aus dem die Worte kommen. Gleichzeitig funktioniert der Song nicht nur als Botschaft an eine einzelne Person, weil Familie und gegenseitige Verlässlichkeit verständliche Themen bleiben, ohne dass dafür große Erklärungen nötig wären. Die neue Nummer folgt zudem auf einen Titel, der Maik von Burladingen bei Radiohörern und in den DDTOP100 bereits sichtbar gemacht hat. Trotzdem wäre es zu einfach, „Bis mein Leben zu Ende geht“ lediglich als nächsten Versuch nach dem Charterfolg von „Mein Kind“ zu betrachten. Inhaltlich ergibt sich eine klare Fortsetzung seiner bisherigen Arbeit: reale Erfahrungen werden zu Songs, diesmal in Form eines Popstücks über Treue zur eigenen Familie. Maik übernimmt dabei sowohl die Rolle des Songwriters als auch die des erfahrenen Produzenten. So bleibt die Geschichte eng mit demjenigen verbunden, der sie erlebt und singt. Ein Versprechen auf Lebenszeit klingt zunächst nach ziemlich großen Worten. In seinem Fall steht dahinter allerdings eine Familiengeschichte, in der Durchhalten und füreinander da sein längst keine theoretischen Begriffe mehr sind.
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