Deutschpop mit Jazzkante: Marian Kleebaum präsentiert "Zehntausend"
Der Alltag ist voll von kleinen Verlockungen: endloses Scrollen, schnelle Likes, kurze Dopamin-Kicks. Genau da setzt Marian Kleebaum mit seiner neuen Single „Zehntausend“ an. Der Song wirkt wie ein musikalischer Reminder, kurz mal den Kopf aus dem digitalen Nebel zu ziehen und sich zu fragen, was wirklich zählt. Schon nach den ersten Sekunden legt ein treibendes Klavier den Groove fest, der sich ziemlich schnell im Ohr festsetzt. Dazu kommt ein moderner Deutschpop-Sound mit einer klaren Jazzkante – smooth, aber nicht geschniegelt. Kleebaums Stimme bleibt dabei angenehm nah dran, fast so, als würde jemand direkt neben dir im Bus eine ehrliche Geschichte erzählen. Der Track bewegt sich irgendwo zwischen Nachdenklichkeit und Aufbruchsstimmung. Keine schwere Moralpredigt, eher ein freundlicher Stups in die Seite: Vielleicht lohnt es sich, nicht jedem schnellen Impuls hinterherzurennen.
Inhaltlich dreht sich „Zehntausend“ um genau diese kleinen Ablenkungen, die im Alltag ständig um Aufmerksamkeit kämpfen. Der Titel spielt mit der Idee von unzähligen Möglichkeiten, Klicks, Optionen – und der Frage, ob Quantität wirklich etwas bedeutet. Der Songtext beschreibt das Gefühl, sich durch tausend Angebote zu klicken und trotzdem zu merken, dass echte Momente selten sind. Genau hier setzt der Refrain an, der schnell zum Mitsingen einlädt. Keine komplizierten Metaphern, sondern klare Bilder, die hängen bleiben. Musikalisch hält das Klavier den Song ständig in Bewegung, während dezente Jazz-Elemente dem Ganzen eine elegante Note geben. Das Ergebnis: ein moderner Poptrack, der gleichzeitig leichtfüßig und gedanklich ziemlich wach wirkt. Statt Drama gibt es eine klare Botschaft zwischen den Zeilen – Geduld kann manchmal mehr wert sein als der nächste schnelle Kick.
Was „Zehntausend“ besonders macht, ist diese Mischung aus Zugänglichkeit und Charakter. Der Song funktioniert sofort, ohne sich anzubiedern. Man merkt schnell: Hier geht es nicht um den nächsten Algorithmus-Hit, sondern um Atmosphäre und Haltung. Der Beat bleibt im Kopf, der Refrain lädt zum Mitsummen ein, und plötzlich erwischt man sich dabei, wie man über die eigene Bildschirmzeit nachdenkt. Kleebaum schafft es, ein Thema anzusprechen, das viele kennen, ohne belehrend zu wirken. Statt erhobenem Zeigefinger gibt es einen Song, der eher ein Gespräch anbietet. Und genau das passt zu diesem modern-jazzigen Deutschpop-Ansatz: locker, warm und mit genug Tiefgang, um auch nach dem letzten Ton noch ein bisschen nachzuwirken. Ein Track für Kopfhörer-Spaziergänge, späte Zugfahrten oder diese Momente, in denen man merkt, dass echte Dinge manchmal länger brauchen – aber am Ende deutlich besser klingen.