Max Giesinger covert Udo-Klassiker "Ich lieb' dich überhaupt nicht mehr"
Mit „Ich lieb’ Dich überhaupt nicht mehr“ nimmt sich Max Giesinger einen echten Klassiker von Udo Lindenberg vor – und macht daraus keinen nostalgischen Abklatsch, sondern eine ziemlich eigene Version. Der Track ist Teil des Tribute-Albums „WE UDO“, bei dem sich eine ganze Reihe Artists durch Lindenbergs Katalog arbeitet. Giesinger bleibt dabei nah an der Grundstimmung des Originals, aber verpasst dem Song einen moderneren, etwas zugänglicheren Anstrich. Dieses leicht Trotzige, fast schon ironische im Text bleibt erhalten, wirkt bei ihm aber weniger rau und dafür ein bisschen reflektierter. Man hört: Hier singt jemand, der den Song nicht nur covert, sondern auch versteht.
Musikalisch bewegt sich das Ganze zwischen klassischem Deutschpop und einem dezenten Rock-Unterton, der an die Wurzeln erinnert. Keine radikale Neuinterpretation, sondern eher ein Update, das den Song in die Gegenwart holt. Gerade die Balance funktioniert gut: genug Respekt vor dem Original, aber auch genug Eigenständigkeit, damit es nicht wie Karaoke klingt. Und genau das ist bei solchen Projekten ja oft der Knackpunkt. Während andere Tribute-Versionen schnell zu glatt werden, lässt Giesinger dem Song seine Ecken – nur eben in einem Sound, der heute besser funktioniert. Dadurch wirkt „Ich lieb’ Dich überhaupt nicht mehr“ überraschend zeitlos.
Im Kontext von „WE UDO“ fügt sich der Track ziemlich stimmig ein. Das ganze Projekt lebt davon, dass unterschiedliche Generationen aufeinandertreffen – und Giesinger steht genau dazwischen. Einerseits klar geprägt von Lindenbergs Einfluss, andererseits selbst Teil der aktuellen Deutschpop-Landschaft. Dass das Album zusätzlich durch Aktionen wie den GEMA-Preis für Udo noch mehr Aufmerksamkeit bekommt, spielt dem Ganzen natürlich in die Karten. Am Ende ist Giesingers Version kein lauter Ausreißer, sondern eher ein solider, ehrlicher Beitrag zu einem Projekt, das vor allem eins zeigt: Wie viel von Udos DNA immer noch in der heutigen Musik steckt.
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