Cover: MIKE MAREEN - Liebesengel
7/8
mix1 Bewertung
Single

Liebesengel

MIKE MAREEN

Label: Artitainment Group Of Companie
Kategorie: Schlager | Popschlager
Veröffentlichung: 04.09.2026
Promotion: Song promoten?
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Mike Mareen veröffentlicht „Liebesengel“ auf Deutsch

Rund ein halbes Jahrhundert zwischen zwei deutschsprachigen Songs – das muss man erst einmal hinbekommen. Bei Mike Mareen ist genau das passiert. Der Musiker, dessen Name vor allem mit Dance, Disco und Italo-Disco verbunden wird, singt mit „Liebesengel“ erstmals seit rund 50 Jahren wieder einen neuen Titel auf Deutsch. Dass dieser Abstand überhaupt entstanden ist, hat eine Vorgeschichte. Bereits 1976 veröffentlichte Mareen „Mama Leone“. Das Thema des Songs rund um den Tod kam bei den damaligen Medien allerdings nicht gut an, der Titel wurde abgelehnt. Mareens weiterer Weg führte anschließend verstärkt in eine andere Richtung: englischsprachige Dance-Music und internationaler Discosound rückten in den Fokus. Aus diesem Kapitel stammen Songs wie „Dancing in the Dark“, „Love Spy“, „Agent of Liberty“, „Here I Am“ und „Germany“. Damit erreichte Mareen Hörer weit über Deutschland hinaus und schaffte Platzierungen in den US-Billboard-Charts. Die deutsche Sprache verschwand währenddessen als wesentlicher Bestandteil seiner eigenen Veröffentlichungen. Bis jetzt.

Die Geschichte hinter „Liebesengel“ hat dabei einen ziemlich pragmatischen Dreh. Mike Mareen schrieb den Popschlager gemeinsam mit seinem Freund Danny D. Post. Gedacht war zunächst offenbar nicht zwingend daran, dass Mareen selbst ans Mikrofon gehen würde. Für den Song wurde ein geeigneter Interpret gesucht – nur fand sich keiner, der passte. Also übernahm der Autor den Job kurzerhand selbst. Nach rund fünf Jahrzehnten englischsprachig geprägter Karriere entstand so aus einer erfolglosen Sängersuche Mareens neuer deutschsprachiger Titel. Musikalisch bewegt sich „Liebesengel“ im Popschlager und arbeitet mit einer eingängigen Ausrichtung sowie sommerlichem Charakter. Der Text ist nachdenklich angelegt und greift eine zeitgemäße Perspektive auf. Gerade der Sprachwechsel ist innerhalb von Mareens Diskografie bemerkenswert: Wer ihn über „Love Spy“ oder „Agent of Liberty“ kennt, verbindet seine Stimme schließlich eher mit dem internationalen Dance- und Disco-Kontext als mit deutschem Popschlager. „Liebesengel“ kommt deshalb nicht aus einer Karrierephase, in der lediglich ein weiterer deutschsprachiger Titel anstand. Zwischen „Mama Leone“ und dem neuen Song liegen Jahrzehnte, in denen Mareen musikalisch auf einem ganz anderen Spielfeld unterwegs war.

Dazu gehört auch seine Arbeit abseits des Mikrofons. 1982 gründete Mike Mareen eine eigene Plattenfirma und produzierte fortan neben seinen eigenen Veröffentlichungen weitere Künstler und Projekte. Diese Tätigkeit wurde zu einem wichtigen Bestandteil seiner Laufbahn und führte zu zahlreichen internationalen Erfolgen. Seine eigene Musik blieb eng mit Dance und Disco verbunden, später insbesondere mit jenem Italo-Disco-Umfeld, mit dem sein Name bis heute in Verbindung gebracht wird. Vor diesem Hintergrund wirkt die Entstehung von „Liebesengel“ fast wie eine kleine Kurve zurück zum Ausgangspunkt – allerdings ohne den Versuch, die eigene Vergangenheit nachzubauen. Statt eines englischsprachigen Dance-Titels gibt es deutschen Popschlager, statt eines ursprünglich vorgesehenen anderen Interpreten singt Mareen selbst. Genau diese Entstehungsgeschichte macht die Veröffentlichung innerhalb seiner Karriere interessant. Der Abstand von rund 50 Jahren zu seinem früheren deutschsprachigen Material ist schließlich keine geplante Jubiläumsnummer, sondern das Ergebnis eines langen musikalischen Weges, der Mareen über internationale Disco-Erfolge, die eigene Plattenfirma und die Arbeit als Produzent geführt hat. Nun landet ein Song bei ihm selbst, der zunächst für eine andere Stimme vorgesehen war. Manchmal braucht es für einen neuen Abschnitt eben keinen großen Masterplan. Manchmal reicht ein Lied, ein Freund als Co-Autor – und die Erkenntnis, dass der passende Sänger längst im Raum steht.
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