Manchmal beginnt ein neuer Song nicht im Studio, sondern dort, wo eigentlich schon alles läuft: auf der Bühne. Genau so nahm „So spielt das Leben“ von Misha Kovar seinen Anfang. Bei einem gemeinsamen Auftritt mit Daniel Sommer sangen die beiden über die Leichtigkeit des Lebens. Aus diesem Moment entwickelte sich eine Idee, die offenbar zu schade war, um nach dem letzten Ton des Abends wieder in der Schublade zu verschwinden. Wenig später ging es in eine Songwriter-Session, bei der neben Sommer auch Alex Scholz beteiligt war. Für Kovar ist diese Konstellation eine Premiere: Erstmals stammt eine ihrer Singles aus der Feder von Daniel Sommer und Alex Scholz. Inhaltlich blieb der Song nah an jenem Gedanken, der bereits beim Bühnenauftritt den Anstoß gegeben hatte. Es geht darum, Wendungen nicht ständig mit dem persönlichen Masterplan abzugleichen, sondern das Leben anzunehmen, wie es gerade kommt. Gute Augenblicke sollen nicht für später aufgehoben werden. Genießen, gemeinsam feiern, weitermachen – der Text hält seine Botschaft bewusst verständlich. Das passt zum Popschlager, der bekanntlich selten davon profitiert, wenn man fürs Entschlüsseln erst drei Semester Literaturwissenschaft braucht.
Musikalisch wurde „So spielt das Leben“ von Miha Hercog bearbeitet. Seine Produktion gibt der Nummer einen leichten, zeitgemäßen Popschlager-Rahmen und lässt genügend Platz für die eingängige Melodie. Die Mitsing-Ausrichtung gehört hier nicht zufällig zum Konzept. Schon die Entstehungsgeschichte führt direkt auf die Bühne zurück, entsprechend ist der Song für Situationen gedacht, in denen das Publikum nicht nur höflich zuhört. Sommerabende, Partys und größere Schlagerbühnen passen zu dieser Idee. Interessant ist vor allem die Arbeitsteilung hinter dem Stück: Der erste Impuls entstand zwischen Misha Kovar und Daniel Sommer während eines gemeinsamen Auftritts, anschließend wurde der Gedanke zusammen mit Alex Scholz im Songwriting konkretisiert, bevor Miha Hercog die Produktion übernahm. Damit lässt sich die Entwicklung des Titels ziemlich genau nachvollziehen – vom spontanen Bühnenmoment über die Schreibsession bis zur fertigen Aufnahme. Inhalt und Entstehung liegen ungewöhnlich dicht beieinander. Ein ungeplanter Augenblick wird zum Ausgangspunkt für einen Song, der genau solche ungeplanten Wendungen behandelt. Mehr Kreisverkehr braucht eine Entstehungsgeschichte eigentlich nicht.
Bei aller Leichtigkeit bleibt der Text von „So spielt das Leben“ klar auf ein Thema konzentriert: Optimismus soll hier nicht bedeuten, dass immer alles nach Wunsch läuft. Entscheidend ist vielmehr der Umgang mit den Kurven, die ohnehin kommen. Misha Kovar singt vom Annehmen, Genießen und vom gemeinsamen Erleben solcher Momente. Zusammenhalt gehört deshalb ebenso zum Inhalt wie Lebensfreude. Das Stück verzichtet laut Vorlage auf komplizierte gedankliche Umwege und arbeitet stattdessen mit einer direkten, eingängigen Botschaft. Genau daraus ergibt sich auch die vorgesehene Mitsing-Qualität. Der Refrain soll schnell hängen bleiben, während die Produktion von Miha Hercog den Popschlager leicht und zugänglich hält. Für Kovar fügt sich der Titel in eine Reihe bisheriger musikalischer Erfolge ein, bringt durch das erstmals beteiligte Autorenteam Daniel Sommer und Alex Scholz aber zugleich eine neue personelle Konstellation ins Spiel. Besonders nett an der Geschichte ist letztlich, dass sie ihren eigenen Titel ziemlich wörtlich nimmt: Niemand setzte sich beim gemeinsamen Bühnenauftritt hin und plante diesen Song am Reißbrett. Erst war der Moment da, danach kam die Musik. „So spielt das Leben“ erzählt damit nicht nur vom spontanen Lauf der Dinge – der Song selbst ist auf ziemlich ähnliche Weise entstanden.
Neue Songs, aktuelle Musiknews, spannende Neuvorstellungen und die Hits der Woche sowie Geburtsage der kommenden Woche – jeden Samstag 09:00 Uhr direkt per E-Mail.