Motel 21: „Mushrooms“ bringt House-Grooves in den Club
Motel 21 gehört zu den Projekten, die Clubmusik nicht erst seit gestern auf dem Zettel haben. Bereits seit Mitte der 2000er bewegt sich der Name im House-Bereich, wobei treibende Grooves und prägnante Hooks regelmäßig den Kurs bestimmen. Stücke wie „Drug Addict“, „Under Control“, „My Oh My“, „Kalinga“ und „Husslin“ dokumentieren die verschiedenen Seiten dieses Ansatzes. House bildet die Basis, Einflüsse aus Electro und Deep House kommen je nach Track hinzu. Manche Produktionen gehen ziemlich direkt nach vorne, andere lassen Melodien und tieferen Klangfarben mehr Raum. Eine starre Schablone lässt sich daraus kaum ableiten. Eher zieht sich der Groove als gemeinsame Linie durch den bisherigen Katalog. Dass mehrere Titel auf internationalen House- und Dance-Compilations gelandet sind, passt zu dieser Ausrichtung: Motel 21 produziert Musik mit klarer Clubfunktion, ohne jeden Track nach demselben Bauplan aufzuziehen. Genau dieser Hintergrund ist für „Mushrooms“ relevant. Die neue Single knüpft an eine Geschichte an, die längst einige Kapitel umfasst und bei der der Dancefloor nie besonders weit entfernt war.
Wer Motel 21 über ältere Tracks kennt, dürfte vor allem die Mischung aus Clubdruck und schnell greifbaren musikalischen Ideen im Ohr haben. „Drug Addict“ oder „Husslin“ stehen dabei ebenso im bisherigen Katalog wie „Under Control“, „My Oh My“ und „Kalinga“. Schon diese Auswahl macht deutlich, dass sich das Projekt über die Jahre zwischen unterschiedlichen Spielarten elektronischer Clubmusik bewegt hat. House bleibt der Fixpunkt, während Electro-Elemente und deeper angelegte Passagen das Klangbild ergänzen. Der neue Titel „Mushrooms“ führt diese Linie weiter und rückt Motel 21 erneut in einen klaren Dancefloor-Kontext. Viel mehr muss man aus den vorhandenen Informationen auch nicht künstlich herauslesen. Angaben zu beteiligten Musikern, Studio, Produktionsprozess oder einer konkreten Entstehungsgeschichte liegen nicht vor – Spekulationen darüber wären also ungefähr so sinnvoll wie eine Trackanalyse anhand des Dateinamens. Interessanter ist ohnehin die Kontinuität des Projekts. Seit den ersten Veröffentlichungen hat Motel 21 einen Katalog aufgebaut, dessen Stücke immer wieder auf House- und Dance-Zusammenstellungen auftauchten. Das spricht zumindest für eine dauerhafte Verankerung im Umfeld elektronischer Clubmusik.
„Mushrooms“ reiht sich nun in diese Diskografie ein. Der Track trägt den bekannten Motel-21-Ansatz wieder auf den Dancefloor und bleibt damit bei jenem Terrain, auf dem sich das Projekt seit Mitte der 2000er bewegt. Gerade die Spannweite zwischen direkterem House, Electro und tiefer angelegten House-Elementen hat den bisherigen Output geprägt. Eingängige Hooks spielen dabei ebenso eine Rolle wie ein Groove, der nicht lange erklären muss, wofür er gedacht ist. Wer Motel 21 bislang über Compilations oder frühere Singles entdeckt hat, bekommt mit „Mushrooms“ einen weiteren Anknüpfungspunkt an diese Entwicklung. Gleichzeitig funktioniert der Titel als Einstieg für Hörer, denen Namen wie „Drug Addict“, „Under Control“ oder „Kalinga“ bisher noch nichts sagen. Die Vorgeschichte muss man schließlich nicht auswendig kennen, um einen House-Track im Club einordnen zu können. Spannend bleibt vielmehr, dass Motel 21 nach vielen Jahren weiterhin genau in dem musikalischen Umfeld arbeitet, aus dem das Projekt ursprünglich hervorgegangen ist. Keine konstruierte Neuerfindung, kein Genrewechsel mit Ansage. „Mushrooms“ bleibt beim Clubgedanken und führt die Verbindung aus House-Groove, prägnanten Ideen und elektronischem Dancefloor-Fokus weiter.
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