„Magdalena“: Dialekt-Pop mit Herzklopfen
Mit „Magdalena“ zeigt Mwita Mataro eine Seite, die weniger nach großer Ansage und mehr nach Herzklopfen am Arbeitsplatz klingt. Nach Songs über Herkunft, Politik und mentale Gesundheit geht es diesmal um etwas, das fast jede*r kennt: Man verbringt viel zu viel Zeit mit einer Person, findet sie ziemlich toll, bekommt aber leider nicht ganz das gleiche Gefühl zurück. Das Ganze spielt zwischen Kaffeemaschine, Tablett und kleinen Blicken im Café, also genau dort, wo romantische Fantasien gern mal entstehen, während man eigentlich nur Cappuccino machen sollte. Mwita erzählt diese Geschichte im charmanten Salzburger Dialekt und gibt dem Song damit eine angenehm eigene Farbe. Keine glattpolierte Pop-Schablone, sondern ein Stück Musik, das nach Alltag klingt, nach echten Leuten und nach diesem leicht peinlichen Moment, wenn man innerlich schon ein Liebesdrama aufführt, während die andere Person wahrscheinlich nur fragt, ob noch Hafermilch da ist.
Der Refrain ist dabei der klare Kleber im Kopf. „Maaag-Daaa-Leee-Naaa“ zieht sich so lang und melodisch durch den Song, dass man den Namen irgendwann automatisch mitsummt, selbst wenn man gar keine Magdalena kennt. Genau das macht die Single so zugänglich: Sie ist persönlich, aber nicht verkopft. Mwita Mataro packt unerwiderte Liebe nicht in schweres Pathos, sondern in einen warmen, leicht augenzwinkernden Sound, der trotzdem Gefühl hat. Der Austro-Charme kommt nicht als Gimmick rüber, sondern als Teil seiner musikalischen Handschrift. Dialekt, Melodie und Story greifen ineinander, ohne dass irgendwas bemüht wirkt. Man hört dem Song an, dass hier jemand nicht nur eine hübsche Szene beschreibt, sondern einen kleinen Film baut: zwei Menschen im Café, ein bisschen Hoffnung, ein bisschen Frust, und mittendrin dieser Name, der sich wie ein Running Gag des Herzens anfühlt.
Gleichzeitig ist „Magdalena“ ein spannender Hinweis darauf, wohin die Reise mit dem Debütalbum „Austrodrama“ gehen könnte. Der Titel des Albums klingt schon nach großen Gefühlen mit regionalem Einschlag, und genau das liefert diese Single im Kleinformat. Mwita Mataro bleibt gesellschaftlich wacher Künstler, erlaubt sich hier aber mehr Nähe, mehr Verletzlichkeit und mehr Pop-Leichtigkeit. Das Ergebnis ist ein Song, der nicht laut um Aufmerksamkeit bettelt, sondern sich freundlich neben dich setzt und plötzlich nicht mehr weggeht. Für Playlists mit österreichischem Pop, Dialekt-Sound oder einfach Songs über Crushes, die leider etwas kompliziert sind, passt „Magdalena“ ziemlich gut. Und wer beim nächsten Cafébesuch einer Kollegin oder einem Kollegen etwas zu lange hinterherschaut, hat jetzt immerhin den passenden Soundtrack dazu.