„Since U Been Gone“: Ninkid & Co. im Dance-Modus
Ninkid, Rocco, Mark Bale und Perfect Pitch haben sich für einen Song zusammengetan, dessen Refrain kaum lange vorgestellt werden muss. „Since U Been Gone“, bekannt durch Kelly Clarkson, bekommt in ihrer gemeinsamen Version eine konsequente Dance-Ausrichtung. Statt das Original lediglich nachzubauen, verschiebt das Quartett den Track in Richtung Club und Festival. Im Fokus liegen schnelle, energiereiche Beats und der bekannte Sing-along-Faktor der Vorlage. Das ergibt eine Kombination, die ziemlich logisch erscheint: Ein ohnehin auf einen großen Refrain zugeschnittener Popsong trifft auf ein Arrangement, das genau diesen Moment für volle Tanzflächen vorbereitet. Die Melodie bleibt damit der direkte Wiedererkennungspunkt, während das musikalische Umfeld klar für Dance-Sets gedacht ist. Ninkid, Rocco, Mark Bale und Perfect Pitch wählen also keinen unbekannten Titel aus irgendeiner hinteren Ecke der Popgeschichte, sondern einen Song, bei dem viele Hörer schon nach wenigen Sekunden wissen dürften, was gleich kommt. Für DJs kann genau das interessant sein. Ein vertrauter Refrain nimmt dem Publikum schließlich die lästige Aufgabe ab, erst einmal herauszufinden, ob es mitsingen möchte.
Die neue Fassung ist auf hohe Energie ausgelegt. Der Ansatz folgt weniger einer nostalgischen Neuauflage als einer funktionalen Übersetzung des Kelly-Clarkson-Hits in einen Dance-Kontext. Festival-Sets, Peak-Time im Club und Radio sind laut Beschreibung die vorgesehenen Einsatzgebiete. Entsprechend wichtig ist der Kontrast zwischen vertrautem Songmaterial und dem veränderten rhythmischen Rahmen. Gerade „Since U Been Gone“ bringt dafür schon aus der Popversion entscheidende Zutaten mit: einen sofort identifizierbaren Chorus und eine Struktur, die auf einen großen gemeinsamen Gesangsmoment hinausläuft. In der Bearbeitung von Ninkid, Rocco, Mark Bale und Perfect Pitch wandert dieser Charakter auf die Tanzfläche. Die Beats übernehmen dort eine wesentlich größere Rolle und geben dem Cover seine Club-Ausrichtung. Das Prinzip ist unkompliziert, aber nachvollziehbar gewählt. Wer einen bekannten Pop-Hook in ein DJ-Set integriert, braucht keinen langen Anlauf. Der Wiedererkennungseffekt ist bereits eingebaut. Gleichzeitig bleibt genug Abstand zur ursprünglichen Nutzung des Songs, weil die Produktion auf Dancefloor und Festival zugeschnitten wurde. Aus Pop-Rock wird damit Material für Sets, in denen ein vertrauter Vocal-Moment zwischen elektronischen Tracks funktionieren soll.
Bemerkenswert ist vor allem die Konstellation hinter der Produktion. Gleich vier Acts teilen sich die Neuinterpretation: Ninkid, Rocco, Mark Bale und Perfect Pitch. Der gemeinsame Ansatz konzentriert sich klar auf die Dance-Seite der Vorlage, ohne den entscheidenden Wiedererkennungswert aus dem Song herauszunehmen. Mehr Hintergrundinformationen zu Studio, Aufnahmeprozess, einzelnen Produktionsaufgaben oder beteiligten Musikern liegen nicht vor; entsprechend lässt sich über diese Punkte seriös wenig sagen. Hörbar gedacht ist die Nummer jedenfalls für Situationen, in denen keine zehnminütige Kennenlernphase zwischen Track und Publikum vorgesehen ist. „Since U Been Gone“ bringt seinen Bekanntheitsgrad schon mit, die neue Bearbeitung verlagert den Rest in Richtung Peak-Time. Genau darin steckt der Kern dieses Covers: Ein etablierter Kelly-Clarkson-Song wird nicht als bloße Retro-Nummer behandelt, sondern für Dance-Rotationen neu eingerahmt. Radioeinsatz gehört ebenso zum Konzept wie Festivalbühnen und Clubs. Wer beim bekannten Refrain automatisch mitsingt, muss sich deshalb künftig womöglich gleichzeitig noch um die Beinarbeit kümmern. Ninkid, Rocco, Mark Bale und Perfect Pitch nutzen dafür eine Vorlage, die den entscheidenden Publikumsanschluss längst besitzt – und bauen rundherum eine Version, deren Zweck ziemlich eindeutig ist: raus aus dem reinen Pop-Kontext, rein ins DJ-Set.