NNELLA veröffentlicht EP "Ich wollte nie nach Berlin"
Berlin als Plan B – und am Ende genau der Ort, an dem plötzlich alles Sinn ergibt. Genau diese Story steckt hinter der neuen EP „Ich wollte nie nach Berlin“ von NNELLA. Was erstmal wie ein typischer Großstadt-Track klingt, ist eigentlich viel persönlicher. Der ursprüngliche Traum ging eher Richtung London, aber Realität schlägt bekanntlich Wunschliste: Brexit, Mieten, Timing – und plötzlich steht man nicht an der Themse, sondern in Berlin. Und genau daraus macht NNELLA keinen Umweg, sondern eine ziemlich ehrliche Geschichte darüber, wie ungeplante Wege manchmal genau die richtigen sind.
Die EP selbst funktioniert wie ein kleiner Soundtrack für genau dieses Ankommen. Fünf Indie-Pop-Songs, die nicht nur persönliche Erfahrungen verarbeiten, sondern auch einen klaren Blick auf gesellschaftliche Themen werfen. Entstanden ist das Ganze zusammen mit Produzent Tobias Koett, und man merkt schnell: Hier wurde nicht einfach nur Musik gemacht, sondern gemeinsam gedacht. NNELLA beschreibt Berlin als Ort, der sie politischer gemacht hat – und das hört man auch. Die Songs sind reflektiert, ohne schwer zu wirken, und transportieren eine klare Haltung, ohne sich aufzudrängen. Gerade dieser Mix aus persönlicher Perspektive und gesellschaftlichem Kontext macht die EP spannend.
Der Titeltrack bringt das alles ziemlich gut auf den Punkt. Anfangs noch ein Song über einen Plan, der nicht aufgegangen ist, entwickelt er sich schnell zu einer Art Liebeserklärung – nicht kitschig, sondern eher überrascht ehrlich. Berlin wird hier nicht verklärt, sondern als Raum gezeigt, in dem man sich entfalten kann, gerade auch als queere Person. Und genau das gibt dem Ganzen Tiefe: Es geht nicht nur um einen Ortswechsel, sondern um Identität, Freiheit und das Gefühl, irgendwo wirklich anzukommen. „Ich wollte nie nach Berlin“ ist damit weniger ein Statement gegen etwas, sondern eher ein leises „Zum Glück ist es anders gekommen“.
Tracklist
01 Ich wollte nie nach Berlin 03:11
02 Besser 02:47
03 Wenn da nächste Wind 04:02
04 Für dich sind alle gleich 03:19
05 Nie wieder (feat. Nun flog Dr. Bert Rabe, treibgut, LIN, Ant Antic, Moa Kilz, Veronika Morscher, Sara Filipova, satu, Raphael Karner, Hans Ehlers) 03:38