Paul Brugel verbindet in „Wonder Why“ zwei Dance-Epochen
Paul Brugel nimmt für „Wonder Why“ zwei Dance-Epochen ins Visier, deren Sounds inzwischen wieder regelmäßig durch Clubs und elektronische Produktionen geistern. Der neue Track orientiert sich einerseits am Dance der 90er, andererseits an der deutlich energiegeladeneren Clubästhetik der frühen 2000er. Dazwischen sitzt eine prägnante Vocal-Performance, die eine zentrale Rolle im Arrangement übernimmt. Viel mehr konkrete Produktionsdetails werden zum Song bislang nicht genannt. Informationen über beteiligte Sängerinnen oder Sänger, verwendete Synthesizer, Studioarbeit oder das genaue Tempo fehlen in der vorliegenden Ankündigung. Klar umrissen ist dagegen die musikalische Idee: nostalgische 90er-Referenzen treffen auf den Druck jener Dance-Produktionen, die zu Beginn der Nullerjahre die Clubs bestimmten. Das ist ein ziemlich eng gesteckter Rahmen und passt zu Brugels bisherigem Ansatz, unterschiedliche Elemente innerhalb elektronischer Dance-Tracks miteinander zu kombinieren. „Wonder Why“ bleibt dabei klar als Vocal-Clubtrack angelegt. Die Stimme dient also nicht bloß als kurzes Sample zwischen zwei Instrumentalpassagen, sondern gehört zu den entscheidenden Bestandteilen des Stücks.
Gerade diese Mischung aus unterschiedlichen Dance-Perioden gehört zu Paul Brugels wiederkehrender Arbeitsweise. Seine Produktionen basieren laut eigener Beschreibung häufig darauf, Elemente zusammenzubringen, die zunächst nicht zwingend als offensichtliche Kombination erscheinen. Bei „Wonder Why“ fällt dieser Gegensatz allerdings weniger exotisch aus, als es vielleicht klingt. Zwischen dem Dance der 90er und dem Clubsound der frühen 2000er liegen schließlich zahlreiche musikalische Überschneidungen. Synthesizer, eingängige Vocal-Passagen und ein klarer Fokus auf Bewegung waren in beiden Phasen feste Bestandteile vieler Produktionen, auch wenn sich Klangbild und Produktionsweise über die Jahre deutlich verändert haben. Brugel nutzt genau diesen zeitlichen Übergang als Grundlage für seinen neuen Song. Statt eine bestimmte Ära vollständig nachzubauen, werden die nostalgischen Anteile der 90er mit der höheren Energie des frühen 2000er-Clubsounds kombiniert. Dazu kommt die Vocal-Performance als verbindendes Element. Mehr lässt sich anhand der bislang bekannten Angaben sinnvollerweise nicht in technische Einzelteile zerlegen. Wer auf Angaben zu BPM, konkreten Synth-Sounds oder Produktionssoftware gehofft hat, muss sich also noch gedulden – der Beipackzettel zum Mischpult wurde offenbar nicht mitgeschickt.
Hinter „Wonder Why“ steckt außerdem Brugels grundsätzlicher Anspruch, Dance-Musik aus der Perspektive eines langjährigen Musikfans zu produzieren. Seine Stücke sollen unmittelbar funktionieren und Menschen über Musik erreichen. Das klingt zunächst simpel, beschreibt bei diesem Track aber ziemlich konkret die gewählte Richtung: ein Vocal im Vordergrund, vertraute Dance-Referenzen und eine Produktion, deren Energie für den Club gedacht ist. Auf zusätzliche erzählerische Hintergründe zum Song oder eine ausführliche Entstehungsgeschichte verzichtet die bisherige Vorstellung. Deshalb wäre es auch verfrüht, dem Titel irgendeine größere Geschichte anzudichten. Interessanter ist ohnehin die Frage, wie Brugel die beiden genannten Zeiträume musikalisch zusammenführt. Die 90er sind im aktuellen Dance-Bereich längst wieder eine häufig genutzte Referenz, während auch Sounds aus den frühen Nullerjahren zunehmend neu aufgegriffen werden. „Wonder Why“ bewegt sich genau zwischen diesen Koordinaten. Paul Brugel bleibt damit bei seinem bekannten Prinzip, verschiedene Einflüsse zu einem direkt gedachten Dance-Track zusammenzuführen. Im konkreten Fall sind es 90er-Nostalgie, frühe 2000er-Clubenergie und eine markante Gesangsspur. Keine komplizierte Gleichung. Für einen Clubtrack muss es manchmal eben auch keine sein.
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