Peter Karpf: Mundart-Pop trifft bei "Rocksong" auf große Ambitionen
Mit „Rocksong“ liefert Peter Karpf genau das, was der Titel verspricht – und gleichzeitig deutlich mehr. Klingt erstmal nach klassischem Mundart-Pop mit leichtem Augenzwinkern, entpuppt sich aber schnell als ziemlich clever erzählte Story über Träume, die einfach nicht kleinzukriegen sind. Der Track schleppt einen direkt rein in den Kopf eines Typen, der nie aufgehört hat, an den großen Durchbruch zu glauben – selbst dann nicht, wenn’s längst unrealistisch wirkt. Und genau da wird’s interessant, weil der Song diese Grenze zwischen Hoffnung und Selbstüberschätzung ziemlich locker auslotet.
Der Twist kommt über die Story selbst: Die Figur im Song sitzt in einer Art psychischem Rückzugsort, irgendwo zwischen Therapie und Eskapismus, und versucht trotzdem weiter, den nächsten großen Hit zu schreiben. Klingt erstmal tragisch, wird aber nie komplett schwer. Stattdessen bleibt immer dieses leicht schräge, fast schon ironische Gefühl im Hintergrund. Gerade die Hook – „Irgendwonn schreib I donn an Rocksong…“ – bleibt hängen, weil sie gleichzeitig naiv und ehrlich wirkt. Musikalisch bewegt sich das Ganze irgendwo zwischen eingängigem Pop und einem leichten Rock-Vibe, ohne sich zu sehr festzulegen. Das passt gut zur Story: nichts ist ganz stabil, alles bleibt ein bisschen in Bewegung.
Was Peter Karpf hier besonders macht, ist diese Selbstreflexion, die unterschwellig mitschwingt. Dass er sich selbst in die Figur reinprojiziert, gibt dem Song eine zusätzliche Ebene, ohne dass es zu verkopft wird. Es geht nicht nur um den Traum vom Erfolg, sondern auch um die Frage, wann man eigentlich aufhören sollte – oder eben nicht. Der Track wirkt dadurch gleichzeitig unterhaltsam und leicht unbequem, weil man sich in manchen Momenten vielleicht selbst wiedererkennt. Kein glattgebügelter Popsong, sondern einer, der bewusst ein bisschen aneckt – und genau deshalb hängen bleibt.
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