Phil Lynott wird meist zuerst mit Thin Lizzy verbunden. Das neue 8-CD-Boxset rückt dagegen gezielt seine Solokarriere ins Blickfeld – und geht dafür ziemlich tief ins Archiv. Zusammengestellt wurde die Sammlung von Thin-Lizzy-Experte Nick Sharp. Neben bekannten Soloaufnahmen enthält die Edition zahlreiche bislang unveröffentlichte Stücke. Der wohl spannendste Fund nimmt gleich Albumformat an: Lynotts unveröffentlichtes zweites Soloalbum gehört ebenfalls zum Paket.
Damit ist die Box mehr als eine gebündelte Ausgabe bereits erhältlicher Musik. Gerade das bisher nicht zugängliche Archivmaterial macht sie für Hörer interessant, die Lynotts Arbeit jenseits seiner berühmtesten Band genauer kennen wollen. Acht CDs lassen dafür reichlich Platz. Welche einzelnen Aufnahmen aus den Archiven stammen und wie das unveröffentlichte Album in die Entstehungsgeschichte von Lynotts Solo-Werk einzuordnen ist, geht aus den vorliegenden Informationen allerdings nicht hervor.
Auch die Dokumentation bekommt entsprechend Raum. Das umfangreiche Booklet enthält neue Begleittexte von Mark Blake, bekannt durch seine Arbeit für „Mojo“, dazu zahlreiche Fotos und Erinnerungsstücke. Entscheidend für eine solche Archivveröffentlichung: Phil Lynotts Nachlass unterstützt das Projekt vollständig. So entsteht eine breit angelegte Werkschau seiner Solojahre, bei der nicht nur bereits Bekanntes neu verpackt wird, sondern bislang verschlossenes Material erstmals seinen Weg aus dem Archiv findet.