Skid-Row-Star Rachel Bolan startet Solo-Projekt
Nach Jahrzehnten im Schatten der großen Bühnen tritt Rachel Bolan jetzt bewusst einen Schritt nach vorne – und zwar mit einem Soloalbum, das mehr nach Tagebuch als nach klassischem Rock-Release klingt. Unter dem Namen BOLAN präsentiert er mit „Gargoyle of the Garden State“ ein Debüt, das tief in seinen eigenen Wurzeln gräbt. Statt reiner Nostalgie gibt’s hier ehrliche Geschichten, geprägt von New-Jersey-Vibes, rauer Kante und einem Sound, der nicht geschniegelt wirkt, sondern bewusst Ecken und Kanten zeigt. Man merkt ziemlich schnell: Das ist kein Nebenprojekt, sondern eine persönliche Ansage.
Spannend wird das Ganze auch durch die Zusammenarbeit mit Nick Raskulinecz, der schon mit Acts wie Foo Fighters oder Alice in Chains gearbeitet hat. Was ursprünglich als lockeres Gespräch gestartet ist, entwickelt sich hier zu einem ziemlich fokussierten Studio-Projekt. Raskulinecz sorgt dafür, dass Bolans Sound nicht im Classic-Rock-Klischee hängen bleibt, sondern Druck, Tiefe und eine gewisse Modernität bekommt. Gleichzeitig bleibt genug Raum für genau das, was dieses Album ausmacht: Storytelling, Haltung und ein Sound, der eher aus dem Bauch kommt als aus dem Kalkül.
„Gargoyle of the Garden State“ wirkt wie ein bewusst gesetzter Cut zur Vergangenheit mit Skid Row, ohne diese komplett abzuschütteln. Die DNA ist noch da – klar, die kriegt man nach so vielen Jahren auch nicht einfach raus –, aber Bolan nutzt das Solo-Ding, um neue Facetten zu zeigen. Weniger Glam, mehr Substanz. Weniger Pose, mehr Persönlichkeit. Für Fans dürfte genau das den Reiz ausmachen: Hier steht jemand am Mikro, der nichts mehr beweisen muss und genau deshalb vielleicht so direkt klingt wie lange nicht.
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