Rea Garvey und Imran veröffentlichen „Rivers“
Neu ist die Zusammenarbeit zwischen Rea Garvey und Imran keineswegs. Neu ist, dass beide bei „Rivers“ erstmals gemeinsam offiziell im Vordergrund stehen. Imran war bereits als Produzent und Co-Songwriter an mehreren Singles von Garvey beteiligt, darunter „Kiss Me“ und „Is It Love?“. Aus einer kreativen Partnerschaft hinter den Kulissen wird damit eine gemeinsame Veröffentlichung unter beiden Namen. Das gibt „Rivers“ einen konkreten Hintergrund, der über eine spontan zusammengestellte Kollaboration hinausgeht. Die beiden kennen ihre Arbeitsweise bereits aus früheren Produktionen, haben Songs gemeinsam entwickelt und führen diese Verbindung nun in einer anderen Konstellation weiter. Inhaltlich passt das ziemlich gut. „Rivers“ beschäftigt sich mit Vertrauen, Bindung und der Bereitschaft, Verantwortung für einen anderen Menschen zu übernehmen. Themen also, bei denen Verlässlichkeit eine entscheidende Rolle spielt. Ausgerechnet zwei Musiker, die schon länger zusammenarbeiten, schreiben darüber nun ihren ersten gemeinsamen Song als gleichberechtigtes Projekt. Zufall oder ziemlich passende Dramaturgie – darüber darf man selbst entscheiden. Fest steht: Imran verlässt bei „Rivers“ die ausschließlich hinter den Kulissen angesiedelte Rolle und wird erstmals gemeinsam mit Garvey zum offiziellen Interpreten einer Single.
Für Rea Garvey reiht sich „Rivers“ in eine Karriere ein, in der Zusammenarbeit mit anderen Musikern seit Langem eine Rolle spielt. Mehr als 566 Millionen Streams sowie Gold- und Platin-Auszeichnungen für Alben und Singles markieren den kommerziellen Rahmen seiner bisherigen Veröffentlichungen. Hinzu kommt eine kontinuierliche Präsenz im deutschsprachigen Radio. Bei der neuen Single tritt diese Bilanz allerdings hinter die Geschichte des Songs und die Verbindung zu Imran. Statt den nächsten Karrieremeilenstein auszurufen, konzentriert sich das Stück auf zwischenmenschliche Verlässlichkeit. Vertrauen entsteht schließlich nicht durch eine große Geste allein. Es zeigt sich dort, wo jemand bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und auch dann an einer Verbindung festzuhalten, wenn es komplizierter wird. Genau in diesem Bereich bewegt sich „Rivers“. Nähere Angaben zu Instrumentierung, Studio, weiteren Musikern oder der konkreten Produktion des Songs liegen nicht vor. Bekannt ist dagegen Imrans bisherige Rolle im Umfeld von Garvey. Als Produzent und Co-Songwriter hat er bereits an dessen Material gearbeitet, sodass die gemeinsame Single nicht am Anfang ihrer kreativen Geschichte steht. Eher im Gegenteil: „Rivers“ holt eine Zusammenarbeit nach vorne, die bislang hauptsächlich in Credits sichtbar war.
Gerade deshalb ist die Bezeichnung „erste gemeinsame Single“ bei Rea Garvey und Imran etwas genauer zu betrachten. Sie arbeiten nicht zum ersten Mal gemeinsam an Musik, sondern treten erstmals zusammen als Interpreten einer Veröffentlichung auf. Dieser Unterschied erzählt fast mehr über „Rivers“ als eine lange Liste von Erfolgszahlen. Mit „Kiss Me“ und „Is It Love?“ gibt es bereits konkrete Beispiele dafür, dass Imran an Garveys Songs als Produzent und Co-Songwriter beteiligt war. Nun tragen beide Namen das gemeinsame Stück. Inhaltlich dreht sich dieses um die Entscheidung, einem Menschen Vertrauen entgegenzubringen, Bindung zuzulassen und Verantwortung nicht beim ersten Problem wieder abzugeben. Damit bekommt die langjährige Studioverbindung der beiden einen passenden thematischen Rahmen. Für Garvey ist die Zusammenarbeit zugleich eine weitere Kollaboration innerhalb seiner Laufbahn, während Imran stärker aus seiner bisherigen Position als Produzent und Autor heraustritt. „Rivers“ braucht deshalb keine künstliche Geschichte vom überraschenden Zusammentreffen zweier musikalischer Welten. Die interessantere Geschichte ist längst vorhanden: Zwei Musiker arbeiten über mehrere Songs hinweg zusammen, kennen ihre jeweiligen Rollen und machen aus dieser gewachsenen Verbindung irgendwann ein gemeinsames Projekt. Manchmal muss man für eine gute Kollaboration eben nicht erst jemanden Neues suchen. Ein Blick in die eigenen Song-Credits kann völlig ausreichen.
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