Cover: reezy - RAHEEM
7/8
mix1 Bewertung
Album

RAHEEM

reezy

Label: Sony Music
Kategorie: Rap / Hip Hop | Hip Hop national
Veröffentlichung: 14.08.2026

„RAHEEM“: reezy zwischen Trap, R&B und Hip-Hop

Mit „RAHEEM“ legt reezy einen neuen Longplayer vor und bleibt damit einer Arbeitsweise treu, die ihn innerhalb des deutschsprachigen Hip-Hop von vielen Kollegen unterscheidet. Der Frankfurter beschränkt sich nicht auf die Rolle am Mikrofon. Er rappt, singt, spielt Klavier und produziert. Entsprechend entsteht seine Musik nicht erst dann, wenn der fertige Beat im Postfach landet. reezy kann verschiedene Teile einer Produktion selbst gestalten und denkt seine Songs über Rap und Gesang hinaus. Auf „RAHEEM“ treffen erneut Trap, R&B und zeitgenössischer Hip-Hop aufeinander, jene Koordinaten also, zwischen denen er seinen eigenen Ansatz entwickelt hat. Dabei ist das Albumformat entscheidend. Während Veröffentlichungszyklen im Rap häufig von einzelnen Tracks, Features und möglichst kurzen Abständen bestimmt werden, arbeitet reezy mit größeren Zusammenhängen. Songs sollen nicht ausschließlich einzeln funktionieren, sondern Teil einer gemeinsamen Klangwelt sein. „RAHEEM“ folgt diesem Gedanken und knüpft damit an eine Erfolgsgeschichte an, die reezy längst auf große Bühnen geführt hat. Dass seine Stücke gleichzeitig im Club funktionieren können, gehört zu dieser Spannweite. Nur endet die Arbeit für ihn eben nicht bei der Frage, ob nach wenigen Sekunden der nächste verwertbare Ausschnitt für den Feed gefunden ist.

Interessant ist vor allem die Kombination seiner unterschiedlichen musikalischen Rollen. Rap und Gesang verlangen bereits zwei verschiedene Zugänge zu einem Song; Klavier und Produktion erweitern die Möglichkeiten noch einmal. reezy kann dadurch nicht nur Texte und Melodien beeinflussen, sondern ebenso die Umgebung, in der sie stattfinden. Gerade bei einer Mischung aus Trap, R&B und Hip-Hop liegt viel Information in Details: in der Auswahl und Platzierung von Sounds, im Verhältnis zwischen Stimme und Instrumental sowie in der Art, wie einzelne Stücke innerhalb eines Albums aufeinander folgen. „RAHEEM“ ist deshalb nicht bloß als Behälter für eine Reihe neuer Tracks gedacht. Der Longplayer folgt einem Konzept, bei dem Klang und Zusammenhang eine wichtige Rolle spielen. Gleichzeitig bleibt Melancholie Bestandteil seiner Musik. Sie steht neben Tracks, die auf großen Bühnen oder im Club funktionieren, statt davon getrennt zu werden. Diese beiden Seiten schließen sich bei reezy nicht aus. Ein Song kann körperlich funktionieren und trotzdem musikalische Details enthalten, die erst bei genauerem Hören auffallen. Genau diese Balance hat seinen bisherigen Weg geprägt. „RAHEEM“ führt sie innerhalb eines kompletten Albums weiter, statt den Fokus auf eine möglichst schnelle Abfolge voneinander unabhängiger Singles zu verengen.

Der Albumtitel „RAHEEM“ rückt dabei bereits durch seine knappe Form die Person hinter reezy näher an das Projekt. Viel zusätzliche Erklärung braucht es dafür nicht, denn entscheidend bleibt das musikalische Prinzip des Longplayers. Der 31-Jährige arbeitet weiterhin in mehreren Disziplinen gleichzeitig und nutzt diese Fähigkeiten für ein geschlossenes Album statt für eine lose Sammlung kurzfristiger Veröffentlichungen. Das bedeutet nicht, dass einzelne Songs außerhalb dieses Zusammenhangs nicht funktionieren sollen. reezy hat längst Musik geschaffen, die im Club ebenso ihren Platz findet wie auf großen Konzertbühnen. „RAHEEM“ betrachtet den einzelnen Track jedoch als Teil eines größeren Ganzen. Gerade in einer Phase, in der ein Song oft innerhalb weniger Sekunden Aufmerksamkeit gewinnen soll, ist das eine bemerkenswert klassische Herangehensweise: Album anmachen, Reihenfolge akzeptieren, hören. Fast schon rebellisch, wenn man bedenkt, dass der Daumen dabei für eine Weile nichts wegwischen muss. Für reezy passt dieses Format allerdings zu einer Musik, deren Grundlage nicht nur Rap ist. Gesang, Klavier, Produktion, Trap-Elemente und R&B gehören ebenso dazu. „RAHEEM“ bündelt diese Arbeitsweise erneut auf Albumlänge und führt den Weg des Frankfurters konsequent über einzelne Songs hinaus.
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Tracklist

01 RAHEEM - E 02:10
02 PIANO REEZ (SRT) - E 02:28
03 OOOO - E 02:15
04 BRITNEY SPEARS - E 02:49
05 GORDON RAMSAY - E 01:42
06 JORDAN BELFORT INTERLUDE - E 02:01
07 ZAHA HADID - E 02:33
08 JANE BIRKIN - E 02:46
09 GREAT GATSBY - E 02:16
10 MONEYTREES - E - reezy & Delara 01:10
11 BETTY BOO - E 02:52
12 ROSEWOOD INTERLUDE - E 03:11
13 VICTORIA'S SECRET - E 02:38
14 FABRIZIO ROMANO - E 02:56
15 ARDA SAATÇI - E 01:56
16 KARIM BENZEMA - E 01:58
17 7OO PFERDE - E 01:41
18 UP SEHEN - E 02:23

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