Cover: Rene Rodrigezz & DON SANDRO - Maniac
7/8
mix1 Bewertung

Rene Rodrigezz & DON SANDRO covern „Maniac“

Einen 80er-Klassiker wie „Maniac“ anzufassen, ist keine ganz risikofreie Angelegenheit. Die Melodie sitzt bei vielen Hörern schließlich längst im Langzeitgedächtnis. Rene Rodrigezz und DON SANDRO wagen sich trotzdem an den bekannten Song von Michael Sembello und übersetzen ihn in Bouncy Dance Techno. Das Original bleibt als Referenz klar erkennbar, während die Produktion auf heutige Clubs und Festival-Sets zugeschnitten wurde. Statt den Song komplett umzubauen, arbeitet das Duo mit dessen vertrauter melodischer Basis und stellt ihr treibende Beats sowie einen deutlich stärker auf den Dancefloor ausgelegten Groove zur Seite. Der Ansatz ist schnell erklärt: 80er-Wiedererkennungswert rein, mehr Tempo und Clubdruck drumherum. Gerade diese Nähe zur Vorlage spielt bei einem Cover wie diesem eine wichtige Rolle. Wer „Maniac“ nach wenigen Sekunden erkennt, soll nicht erst nach der Melodie suchen müssen. Gleichzeitig wäre eine reine Kopie reichlich überflüssig. Rene Rodrigezz und DON SANDRO wählen deshalb den direkten Weg über Rhythmus und Produktion und holen den Song in einen Bouncy-Dance-Techno-Kontext.

Die Grundlage stammt von Michael Sembello, dessen „Maniac“ zu den prägenden Songs der 80er zählt. In der neuen Fassung bleibt der charakteristische Vibe der Vorlage erhalten, bekommt allerdings ein anderes rhythmisches Fundament. Treibende Beats und federnde Grooves rücken stärker nach vorne und verschieben den Schwerpunkt konsequent Richtung Club. Genau darin liegt die wesentliche Veränderung: Die vertraute Melodie übernimmt weiterhin den Wiedererkennungseffekt, während das Arrangement für Peak-Time-Einsätze gedacht ist. Rene Rodrigezz und DON SANDRO versuchen also nicht, die Herkunft des Stücks zu kaschieren. Im Gegenteil. Die nostalgische Komponente gehört ausdrücklich zum Konzept und trifft auf eine Dance-Produktion, die für aktuelle Sets gebaut wurde. Das kann bei Neuauflagen bekannter Songs schnell zur Gratwanderung werden. Zu viel Original und die Frage nach dem Sinn einer neuen Version steht im Raum, zu viel Umbau und vom eigentlichen Song bleibt kaum etwas übrig. Hier ist die Rollenverteilung klarer: Die 80er-Melodie bringt den bekannten Kern, Beats und Groove übernehmen den Transfer auf den heutigen Dancefloor. Keine Zeitmaschine nötig, eine ausreichend große Anlage dürfte reichen.

Damit landet „Maniac“ in einem Umfeld, das sich vom ursprünglichen Pop-Kontext deutlich entfernt. Clubs, Festivals und Dance-Playlists sind die vorgesehenen Einsatzgebiete der Neuinterpretation. Der Bouncy-Dance-Techno-Unterbau gibt dem Song dafür eine wesentlich körperlichere Rhythmik und macht aus dem bekannten 80er-Motiv eine Nummer für schnellere Sets. Interessant bleibt vor allem das Spannungsfeld zwischen Nostalgie und aktuellem Club-Sound. Rene Rodrigezz und DON SANDRO lassen die melodische Identität bestehen, ändern aber das Umfeld, in dem sie funktioniert. Aus einem Song, dessen Ursprung untrennbar mit den 80ern verbunden ist, wird so eine Dance-Version mit klarer Peak-Time-Ausrichtung. Dabei braucht es keine komplizierte Neuerfindung der Vorlage. Der Wiedererkennungseffekt gehört schließlich zu den stärksten Karten, die „Maniac“ mitbringt. Das Duo nutzt genau diesen Vorteil und ergänzt ihn um Beats und Grooves, die deutlich näher am gegenwärtigen Dancefloor liegen. Für DJs ergibt sich damit eine Version, die bekanntes Material in ein Bouncy-Dance-Techno-Set integrieren kann, ohne den Charakter der Vorlage komplett über Bord zu werfen. Ein alter Bekannter also, nur mit anderem Schuhwerk und wesentlich mehr Bass unter den Sohlen.

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