Cover: Roman Leykam - Enticing
6/8
mix1 Bewertung
Album

Enticing

Roman Leykam

Label: Frank Mark Arts
Kategorie: Pop | Ambiente
Veröffentlichung: 20.03.2026
Produkt erhältlich bei:

Roman Leykams zeigt mit "Enticing" neuen Soundkosmos

Roman Leykam macht auf „Enticing“ nicht einfach Musik – er baut Klangräume, in denen man sich erstmal orientieren muss. Das Album fühlt sich weniger wie eine klassische Song-Sammlung an, sondern eher wie ein schwebender Zustand irgendwo zwischen Ambient-Teppich und industriellem Flackern. Direkt eingängig ist hier nichts, aber genau das macht den Reiz aus. Wer sich drauf einlässt, merkt schnell: Das ist kein Sound für nebenbei, sondern eher für Kopfhörer, Nacht und Gedanken, die ein bisschen zu weit gehen. Leykam spielt dabei gekonnt mit Erwartungshaltungen, löst Strukturen immer wieder auf und lässt Tracks eher zerfließen, statt sie sauber zu Ende zu führen.

Sein Setup ist dabei fast schon ein eigenes Instrument: E-Gitarre trifft auf Effekte, die wiederum Synthesizer triggern – alles gleichzeitig, alles miteinander verwoben. Das Ergebnis klingt stellenweise wie ein einziger atmender Organismus. Mal ziehen sich die Sounds in minimalistische Flächen zurück, dann tauchen wieder rauere, fast industrielle Texturen auf. Besonders spannend ist, dass vieles offenbar direkt so entsteht, ohne großes Nachbearbeiten. Dadurch bleibt dieses leicht Unfertige, Skizzenhafte erhalten, was dem Album eine gewisse Ehrlichkeit gibt. Es wirkt nie geschniegelt oder überproduziert, sondern eher wie ein Moment, der gerade erst passiert.

Was „Enticing“ aber wirklich trägt, ist diese melancholische Grundstimmung, die sich durch alle Tracks zieht. Nichts wirkt aufgesetzt, sondern eher wie ein leises Nachdenken in Klangform. Dabei hilft auch, dass Leykam seine visuelle Welt gleich mitliefert – seine Artworks sind nicht nur Beiwerk, sondern Teil des Gesamtgefühls. Man merkt, dass hier jemand seit Jahrzehnten konsequent seinen eigenen Weg geht, ohne sich groß um Trends zu scheren. Das Album fordert Geduld, belohnt aber mit einer ziemlich intensiven Atmosphäre. Kein schneller Konsum, eher ein langsames Eintauchen.

Tracklist

01. A Tireless Choir Of Waves 05:10
02. A Touch Of Bleakness 06:04
03. Fleeing Shadows 07:04
04. Elation 03:24
05. Transformation 03:52
06. Winter Light 04:29
07. Myriads Of Black Angels 05:29
08. Ponte Pantalon 05:17
09. Grey Unlimited Water Area 07:18
10. Environmental Sounds 07:40
11. The Leisure Of A Dream 05:02
12. Silent Beauty 06:02
13. City Of Masks 06:41