Cover: ROXTON - Sorrow
6/8
mix1 Bewertung

„Sorrow“: ROXTON liefern emotionalen Rocksong

ROXTON liefern mit „Sorrow“ einen Song, der sich anfühlt wie der letzte Blick aus dem Fenster, wenn draußen gerade wieder die Welt ein bisschen komplizierter geworden ist. Die Band erweitert damit ihr Album MY NAME IS ROCK um eine finale Single für die Digital Deluxe Edition – und das wirkt weniger wie ein Bonus-Track, sondern eher wie der gedankliche Schlussakkord des ganzen Projekts. Der Sound bleibt dabei dem treu, was ROXTON ausmacht: klassisch instrumentierter Rock mit Gitarren, Bass und Drums, dazu ein Tambourine hier und da – und vor allem diese mehrstimmigen Gesangsharmonien, die sofort hängen bleiben. Vier Stimmen, die sich gegenseitig tragen, manchmal auch herausfordern. Genau daraus entsteht dieser leicht melancholische, aber gleichzeitig ziemlich kraftvolle Vibe.

Inhaltlich zielt „Sorrow“ mitten in die Realität einer Generation, die irgendwo zwischen Hoffnung, Frust und Dauerüberforderung steht. Klimakrise, Umweltzerstörung, Konflikte rund um den Globus, Artensterben – Themen, die inzwischen fast schon zum täglichen Hintergrundrauschen geworden sind. Der Song nimmt diese Stimmung auf, ohne dabei in düstere Weltuntergangsrhetorik abzurutschen. Stattdessen stellt er eine simple, aber ziemlich unangenehme Frage: Wenn wir wirklich nur noch eine letzte Chance hätten, diesen Planeten zu retten – würden wir dann endlich anfangen zu handeln? Genau dieser Gedanke zieht sich durch den Track. Musikalisch pendelt „Sorrow“ dabei zwischen nachdenklichen Momenten und kräftigen Rockpassagen, die dem Song immer wieder Energie geben. Die Gitarren bauen Druck auf, während die Harmonien im Refrain fast schon hymnisch wirken.

Was ROXTON dabei gut hinbekommen: Der Song wirkt nicht belehrend. Statt mit erhobenem Zeigefinger zu kommen, lassen sie Raum für eigene Gedanken. Die Mischung aus Melancholie und Hoffnung sorgt dafür, dass „Sorrow“ eher zum Nachdenken einlädt, als dass er eine klare Antwort vorgibt. Gerade diese Balance macht den Track zu einem starken Abschluss für das Album. Er fasst viele Themen zusammen, die in der heutigen Zeit ständig mitschwingen – und übersetzt sie in einen Rocksong, der emotional funktioniert, ohne seine Energie zu verlieren. Am Ende bleibt ein Song, der gleichzeitig schwer und leicht wirkt: schwer wegen der Fragen, die er aufwirft, leicht wegen der musikalischen Dynamik. Ein passender Schlusspunkt für ein Album, das zeigen will, wie vielseitig moderner Rock heute klingen kann.

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