King of Things: Zwischen Kontrolle und Chaos
„King of Things“ fühlt sich an wie dieser eine Moment nach einer durchgemachten Nacht, wenn du noch halb auf Adrenalin bist, aber irgendwo im Hinterkopf schon merkst: Das kippt gleich. Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich der Indie-Rock/Pop-Track – zwischen lautem Selbstbewusstsein und diesem leisen, aber ziemlich hartnäckigen Zweifel. Nach außen läuft alles, „I’m killing it“-Vibes, aber darunter bröckelt’s schon ordentlich. Der Song nimmt dieses Gefühl und dreht es einmal komplett auf Anschlag, ohne dabei ins Dramatische abzurutschen. Eher so ein kontrolliertes Stolpern, das sich überraschend smooth anfühlt.
Soundmäßig geht’s angenehm roh zur Sache. Kein geschniegelt-polierter Pop, sondern eher analoger Vibe, der so klingt, als wäre er direkt aus einem stickigen Proberaum auf die Bühne gefallen. Der Groove rollt konstant nach vorne, fast schon stoisch, während die Bläser immer wieder reingrätschen und dem Ganzen diese leicht überhöhte, fast schon ironische Note geben. Das wirkt stellenweise wie eine Performance im Song selbst – als würde jemand bewusst zeigen wollen, wie gut alles läuft, obwohl man zwischen den Zeilen merkt, dass genau das die Fassade ist. Gerade diese Mischung macht den Track spannend, weil er sich nicht entscheiden will zwischen Kontrolle und Chaos – und genau darin liegt sein Reiz.
Entstanden ist „King of Things“ in einer Phase, in der Stillstand keine Option war. Touren, ständig unterwegs sein, weitermachen, funktionieren – dieser Loop zieht sich durch jede Sekunde des Songs. Man hört förmlich dieses „einfach weiterlaufen“, auch wenn der Körper längst auf Pause drücken will. Und genau das macht die Nummer so greifbar: Sie romantisiert das Ganze nicht, sondern zeigt eher diesen leicht absurden Zustand, in dem man sich selbst einredet, alles im Griff zu haben. Als zweite Single aus der kommenden EP „Rolling on a Runway“ setzt der Track ziemlich klar den Ton – nicht glatt, nicht geschniegelt, sondern ehrlich, leicht überdreht und ziemlich nah dran an dem Gefühl, sich selbst manchmal ein bisschen zu verlieren.
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