Wenn der Alltag nervt und das Leben einem Zitronen vor die Füße wirft, kann man sich ärgern. Sandy van Ry hat für „Sonnenseite“ eine andere Verwendung gefunden: „Und gibt das Leben uns Zitronen, mach nen Cuba Libre draus“. Die Zeile bringt ziemlich präzise auf den Punkt, worum es in ihrem neuen Song geht. Probleme verschwinden nicht einfach, nur weil man positiv denkt. Der Blick darauf kann sich allerdings ändern. „Sonnenseite“ handelt von solchen Momenten, in denen Stress und Schwierigkeiten langsam die Oberhand gewinnen und ein Perspektivwechsel dringend nötig wäre. Musikalisch bewegt sich Sandy van Ry zwischen Schlager und Country-Einflüssen. Eingängige Melodien treffen dabei auf echte Musiker und organische Instrumente. Gerade der Country-Anteil ist ein wesentlicher Bestandteil der Nummer und gibt ihr eine andere Färbung als eine rein elektronisch angelegte Schlagerproduktion. Inhaltlich passt das ziemlich gut: Statt großes Drama auszurufen, bleibt der Song bei einer bodenständigen Idee. Weitermachen, nach vorne schauen und im Zweifelsfall eben prüfen, ob zu den Zitronen noch Eis im Haus ist. Nach „Deine Art zu lieben“, das sich über mehrere Monate in den Radio Charts halten konnte, schlägt Sandy van Ry damit musikalisch eine Richtung ein, bei der Country deutlich hörbarer ins Spiel kommt.
Hinter „Sonnenseite“ stehen Matthias Teriet und Jascha Welzel als Autoren. Für die Produktion waren Uwe Altenried und Jascha Welzel verantwortlich. Damit übernimmt Welzel sowohl beim Songwriting als auch bei der klanglichen Umsetzung eine zentrale Aufgabe. Konkreter als manches wohlklingende Etikett ist allerdings die Information, dass für die Aufnahme echte Musiker und organische Instrumente eingesetzt wurden. Der Country-Einschlag ist also nicht bloß ein Begriff, der nachträglich auf die Verpackung geklebt wurde. Er gehört zum musikalischen Aufbau des Songs. Sandy van Ry bewegt sich damit in einem Bereich, in dem sich deutschsprachiger Schlager und Country begegnen, ohne dass die Grundidee des Titels kompliziert werden müsste. „Sonnenseite“ erzählt verständlich von Situationen, die vermutlich niemand lange erklärt bekommen muss: Der Alltag kostet Energie, Stress sammelt sich an und irgendwann wäre ein anderer Blick auf die Dinge ganz hilfreich. Die Antwort des Songs darauf ist Zuversicht, allerdings mit einem kleinen Augenzwinkern statt erhobenem Zeigefinger. Genau dafür funktioniert die Cuba-Libre-Zeile als griffiges Beispiel. Sie übersetzt die bekannte Zitronen-Weisheit in eine weniger brave Variante und passt damit zum lockeren Grundton der Nummer. Sommer und Freiheit gehören ebenfalls zum thematischen Rahmen. Entscheidend bleibt jedoch der Gedanke, schwierige Phasen nicht zum alleinigen Maßstab für das eigene Leben werden zu lassen.
„Sonnenseite“ erscheint über die ARTCOM Music Group. Für Sandy van Ry folgt der Titel auf „Deine Art zu lieben“ und führt ihre Musik stärker in Richtung Country-Schlager. Dabei sind vor allem die konkreten Produktionsentscheidungen interessant: echte Musiker, organische Instrumentierung sowie ein Songwriting-Team aus Matthias Teriet und Jascha Welzel, ergänzt durch die Produktion von Uwe Altenried und Welzel. Inhalt und musikalische Ausrichtung greifen dabei nachvollziehbar ineinander. Ein Song über Optimismus und sommerliche Leichtigkeit bekommt Country-Elemente an die Seite, während die Melodie bewusst zugänglich bleibt. Große Lebensphilosophie muss daraus niemand machen. „Sonnenseite“ beschäftigt sich vielmehr mit einer recht alltäglichen Frage: Was tun, wenn gerade alles ein bisschen zu viel wird? Sandy van Rys Antwort lautet nicht, Schwierigkeiten kleinzureden, sondern den eigenen Blickwinkel zu verändern und gemeinsam nach vorne zu schauen. Dass dabei ein Cuba Libre als kleine
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