Mit „Gods of Thunder“ schlagen ein neues Kapitel ihrer beeindruckenden Karriere auf. Auf ihrem 25. Studioalbum präsentiert die britische Heavy-Metal-Institution zehn Songs, die musikalische Wucht mit historischen Geschichten, Mythologie und charakteristischem Saxon-Songwriting verbinden. Produziert von Gründungsmitglied und Sänger Biff Byford und gemischt von Andy Sneap, zeigt sich die Band kraftvoll, fokussiert und kompromisslos.
Thematisch bewegt sich das Album durch verschiedene Epochen und Welten. Geschichte spielt dabei eine zentrale Rolle – ein Bereich, für den Biff Byford seit jeher eine besondere Leidenschaft besitzt. Seine markante Stimme macht aus historischen Ereignissen keine trockenen Rückblicke, sondern lebendige Geschichten, die sich unmittelbar mit dem treibenden Heavy-Metal-Sound der Band verbinden.
Bereits „Medusa“ setzt ein deutliches Zeichen. Ein präzises, hypnotisches Gitarrenriff und ein unerbittlicher Rhythmus treiben den Song nach vorne und verleihen ihm eine düstere, intensive Atmosphäre. Der Titelsong „Gods of Thunder“ öffnet anschließend die Tür zur Mythologie und entwickelt sich zu einer großen, hymnischen Nummer über die Welt der Kelten.
Besonders eindrucksvoll ist „The Bloody Tower (The Ballad of Anne Boleyn)“. Der Song widmet sich der Geschichte von Anne Boleyn und ihrer politisch folgenreichen Hinrichtung. Byfords erzählerische Stärke trifft hier auf die musikalische Energie einer Band, die seit Jahrzehnten zu den prägenden Namen des britischen Heavy Metal gehört.
Mit „Remember the Alamo“ schlagen Saxon wiederum eine Brücke zu ihrer eigenen musikalischen Vergangenheit. Der Song besitzt die ungestüme Energie der frühen New Wave of British Heavy Metal und erinnert daran, weshalb die Band bereits Anfang der 1980er-Jahre zu den wichtigsten Vertretern dieser Bewegung zählte.
Auch instrumental zeigt „Gods of Thunder“ die Klasse der Band. Das Zusammenspiel der Gitarristen Doug Scarratt und Brian Tatler sorgt für einen druckvollen Doppelgitarren-Sound, während Nigel Glocker am Schlagzeug und Tim „Nibbs“ Carter am Bass das Fundament legen. Bei „Temple of Rock“ kommt diese klassische Saxon-Dynamik besonders deutlich zum Vorschein.
Zum Abschluss wartet mit „MI5“ ein geradliniger Headbanger, der Spionage, den Kalten Krieg und die Berliner Mauer thematisch miteinander verbindet.
„Gods of Thunder“ ist damit kein Rückblick, sondern ein Statement aus der Gegenwart. Saxon verbinden ihre jahrzehntelange Erfahrung mit kraftvollem Songwriting und beweisen, dass klassischer britischer Heavy Metal auch nach Jahrzehnten nichts von seiner Energie verloren hat.