Bei Schandmaul ändern sich die Rollen, nicht aber die Mannschaft komplett. „Sternensegler“ ist das erste Album mit Till Herence als Sänger. Er übernahm bereits zuvor live das Mikrofon, nachdem Thomas Lindner krankheitsbedingt als Frontmann zurücktreten musste. Lindner bleibt als Bandgründer und Instrumentalist weiterhin Teil von Schandmaul. Der personelle Wechsel ist auf dem Album entsprechend keine Randnotiz, sondern Ausgangspunkt für eine neue Phase der Folk-Rock-Band.
Los geht es mit „Nimm alles mit“, dessen Aufbruchsstimmung die schwierige jüngere Vergangenheit hinter sich lässt. Der Titeltrack sucht ausdrücklich die Nähe zu den Fans, während „Beide Füße in der Luft“ eine härtere Gangart anschlägt. Inhaltlich wird es bei „Flagge“ konkret: Schandmaul beziehen Position für Vielfalt und Zusammenhalt. Ruhigere Momente folgen mit „Nosferatu“ und „Wo Sprache aufhört“. Auch „In der Hand“, der erste bereits zuvor veröffentlichte Song mit Herence am Mikrofon, landet auf dem Album. „Trag dich“ bringt Selbstironie in eine Liebesballade, bei „Zwei Raben“ ist Laura Fella von Faun zu hören.
Einige Editionen von „Sternensegler“ enthalten zusätzlich ein Bonus-Album. Darauf finden sich sieben Stücke als instrumentale Harfen-Versionen sowie „Räuber und Narren“, die Zusammenarbeit mit Subway to Sally. Für eine Band, die mehrfach die Top 5 der deutschen Albumcharts erreichte und mit „LeuchtFeuer“ sogar Platz eins belegte, beginnt damit eine hörbar veränderte Konstellation. Till Herence übernimmt den Gesang, Thomas Lindner bleibt an Bord – und „Sternensegler“ dokumentiert ziemlich genau den Punkt, an dem Schandmaul ihren weiteren Kurs neu bestimmen.