Mit „Ein Hoch auf die eine Firma (mit dem Haus am See)“ liefern Sempf eine EP, die sich anfühlt wie ein Mix aus Katerstimmung, Gesellschaftsanalyse und trotzdem irgendwie guter Laune. Klingt widersprüchlich, passt aber ziemlich gut zu dem, was hier passiert. Die Songs springen zwischen kleinen Alltagsmomenten und größeren Themen hin und her – mal geht’s um echte Solidarität, mal um Leute, die sich nur so geben, und dann wieder um dieses leicht unangenehme Gefühl, wenn man merkt, dass gerade irgendwas komplett schiefläuft.
Musikalisch bleibt das Ganze schön direkt: treibende Beats, rohe Gitarren und Texte, die nicht lange um den heißen Brei herumreden. Dabei nehmen sich Sempf selbst genauso aufs Korn wie ihre Umwelt. Diese Mischung aus Ironie und Ernst sorgt dafür, dass die EP nie zu schwer wird, obwohl die Themen es locker sein könnten. Besonders spannend ist, wie sie dieses Kleinstadtgefühl einfangen – dieses Zwischen „hier passiert nichts“ und „hier passiert alles gleichzeitig im Kopf“. Man hört förmlich raus, dass hier nicht geschniegelt, sondern ehrlich erzählt wird.
Der Titeltrack bringt die Message dann ziemlich klar auf den Punkt: dieses ständige Hinterherrennen nach einem Leben, das man irgendwo gesehen hat, aber vielleicht nie erreicht. Und trotzdem stehen alle morgens wieder auf und machen weiter. Genau diese Mischung aus Frust, Realität und einem kleinen Funken Hoffnung zieht sich durch die ganze EP. „Ein Hoch auf die eine Firma (mit dem Haus am See)“ ist laut, ein bisschen unbequem und genau deshalb so unterhaltsam – weil es da trifft, wo man sich selbst manchmal wiedererkennt.