Cover: Sibb - Mine
7/8
mix1 Bewertung

„Mine“ verbindet Soul-Pop mit Konzeptkunst

Sibb eröffnet mit „Mine“ nicht einfach nur eine neue Single, sondern direkt ein ganzes visuelles Kapitel. Hinter dem Projekt steckt Sibb, der hier den ersten Teil einer cineastischen Trilogie aus seinem Debüt-EP „Delusion“ ins Rennen schickt. Musikalisch bewegt sich der Track irgendwo zwischen Soul und modernem Pop, getragen von einer Stimme, die sich klar an Größen wie Sylvester und Patti LaBelle orientiert, ohne dabei altmodisch zu wirken. Stattdessen entsteht ein Sound, der emotional direkt trifft und gleichzeitig genug Raum lässt, damit die Story wirken kann.

Inhaltlich wird’s deutlich düsterer, als man vielleicht erwartet. „Mine“ dreht sich um Kontrolle, Manipulation und die Auswirkungen von Hypersexualität – Themen, die im Song nicht versteckt, sondern ziemlich klar angesprochen werden. Gerade dieser Perspektivwechsel macht den Track spannend, weil er sich bewusst von klassischer Romantisierung entfernt. Unterstützt wird das Ganze durch die visuelle Umsetzung, die Sibb zusammen mit Dietrich und Koch entwickelt hat. Rote Farbwelten, märchenhafte Antagonisten und scharfe Kontraste sorgen dafür, dass sich Musik und Bild gegenseitig verstärken, statt nebeneinander herzulaufen.

Auch der Weg dahin ist nicht ganz typisch: Vom Engineering-Background hin zur Musik, geprägt durch Mentoring von Vaughnnette Bigford, wirkt Sibb heute wie ein Künstler, der genau weiß, was er erzählen will. Der Name selbst – „simple black boy“ – ist dabei weniger Understatement als Statement. „Mine“ zeigt ziemlich klar, dass hier jemand nicht nur Songs schreibt, sondern Welten baut, in denen Sound und Visuals zusammengehören. Und wenn das erst der Anfang der Trilogie ist, dürfte da noch einiges kommen.

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