Cover: SIDRIT VOKSHI - wenn ich rauche
6/8
Eigene Redaktionseinschätzung
Single

wenn ich rauche

SIDRIT VOKSHI

Label: Denkfabrik
Kategorie: Pop | Pop national
Veröffentlichung: 30.01.2026

Sidrit Vokshi berührt mit „wenn ich rauche“

Manchmal reichen ein paar Klaviertöne, und der Raum hat plötzlich eine ganz andere Temperatur. Genau so ein Typ ist Sidrit Vokshi. Der Wiener macht keine Musik, die bloß nett durchläuft und nebenbei am Handy untergeht. Bei ihm klingt alles so, als hätte jemand Gefühle direkt auf Tasten gelegt. Als Pianist mit absolutem Gehör bringt er nicht nur handwerklich richtig viel mit, sondern vor allem etwas, das man nicht lernen kann: echte Intensität. Seine Songs wirken nicht geschniegelt, nicht geschniegelt auf Radioformel gebügelt, sondern offen, nahbar und angenehm unperfekt – im besten Sinn. Das passt ziemlich gut in eine deutschsprachige Popwelt, in der viele Songs sauber produziert sind, aber nicht immer lange hängen bleiben. Sidrit schafft genau das Gegenteil: Er bleibt. Nicht, weil er laut ist, sondern weil er etwas trifft, das man sofort erkennt, aber schwer beschreiben kann.

Mit „wenn ich rauche“ zeigt er ziemlich eindrucksvoll, wie stark leise Töne sein können. Die Single ist eine klaviergetragene Pop-Ballade, die nicht auf große Effekte setzt, sondern auf Stimmung, Nähe und dieses seltsame Ziehen zwischen Sehnsucht und innerer Unruhe. Der Song klingt, als würde jemand nachts am Fenster sitzen, viel zu viel denken und trotzdem hoffen, dass da noch irgendwas gut wird. Genau das macht ihn so greifbar. Die Melodie trägt, ohne zu drücken, und Sidrits Stimme hat diese ehrliche Rauheit, die man nicht faken kann. Musikalisch bewegt sich das Ganze irgendwo zwischen emotionalem Storytelling und radiotauglicher Wärme – also genau da, wo man Künstler wie Julian le Play, Philipp Poisel oder Johannes Oerding verorten würde. Nur eben mit einer eigenen Handschrift, die weniger auf Pose und mehr auf Gefühl setzt. „wenn ich rauche“ hat deshalb alles, was ein starker Radiosong braucht: Wiedererkennungswert, Emotion und einen Refrain, der nicht um Aufmerksamkeit bettelt, sondern sie einfach bekommt.

Dass hinter dieser Musik eine echte Geschichte steckt, hört man nicht nur, man spürt es. Sidrits Weg begann im Flüchtlingsheim in Traiskirchen, und genau dort gab es diesen einen Moment, der offenbar alles verändert hat: ein Song von Maria Bill, kein einziges Wort verstanden, aber alles gefühlt. Ehrlich gesagt ist das wahrscheinlich die beste Beschreibung für Musik überhaupt. Vielleicht erklärt genau das, warum seine Songs so direkt funktionieren – nicht über große Konzepte, sondern über Wirkung. Dass Sidrit auch live ein Publikum packen kann, hat er zuletzt beim österreichischen ESC-Vorentscheid „Vienna Calling“ gezeigt, wo er mit einer souveränen Performance ein Millionenpublikum erreicht hat. Dazu kommt starkes Momentum in den Streaming-Playlisten, was den Song gerade zusätzlich anschiebt. Heißt unterm Strich: „wenn ich rauche“ ist nicht einfach nur eine schöne Ballade, sondern ein Titel mit Timing, Haltung und echter Strahlkraft. Für Radiosender ist das ein ziemlich klarer Fall: Hier läuft nicht bloß ein Song, hier läuft ein Künstler an, der noch einiges vorhat.

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