Smokemaster aus Köln schicken mit „No Other One“ ihre erste Duftmarke aus dem kommenden Album „In the Temple“ ins Rennen – und die hat es direkt in sich. Der Track wirkt wie ein nächtlicher Trip durch flackernde Neonlichter, irgendwo zwischen staubigem Vintage-Rock und modernen Psychedelic-Experimenten. Besonders auffällig: die Gastvocals von Jack McAfee, die dem Ganzen noch eine zusätzliche Ebene verpassen. Seine Stimme schwebt über den Gitarren wie leichter Rauch, während sich die Band instrumental ordentlich austobt.
Wer sich bei den Einflüssen Namen wie The Doors, King Gizzard & the Lizard Wizard oder Pink Floyd vorstellt, liegt ziemlich richtig – aber Smokemaster kopieren hier nichts stumpf nach. Stattdessen basteln sie sich ihren eigenen Sound, der mal verspielt, mal hypnotisch daherkommt. „No Other One“ lebt von Kontrasten: ruhige Passagen, die plötzlich in fuzzige Gitarrenwände kippen, dazu ein Groove, der sich entspannt aufbaut, ohne jemals langweilig zu werden. Gerade diese Dynamik macht den Song spannend und sorgt dafür, dass man ihn gerne direkt nochmal laufen lässt.
Spannend ist auch, wohin die Reise mit „In the Temple“ gehen wird. Die erste Single deutet zumindest an, dass Smokemaster ihren Stil weiter ausbauen und vielleicht noch tiefer in psychedelische Gefilde eintauchen. Wenn das Album die gleiche Mischung aus Atmosphäre, Experimentierfreude und Ohrwurm-Momenten liefert, dürfte hier einiges passieren. „No Other One“ funktioniert jedenfalls schon mal als Einladung in diese Klangwelt – und die nimmt man gerne an, auch wenn man danach kurz das Gefühl hat, ein paar Minuten woanders gewesen zu sein.