Neue Pop-Hoffnung: Sonja M. überzeugt Jury
Sonja M. hat sich still und ohne großes Getöse in die Pop-Landschaft geschlichen – und dann einfach mal den Deutschen Rock- und Pop Preis in der Hauptkategorie Pop abgeräumt. Klingt nach einem dieser klassischen „über Nacht erfolgreich“-Momente, ist aber eher das Ergebnis von viel Herzblut, Songwriting-Sessions und wahrscheinlich auch der ein oder anderen durchdiskutierten Hookline. In der Siegerlandhalle in Siegen hat sie mit ihrem Song „Don’t leave me now“ genau den Nerv getroffen, der bei solchen Wettbewerben zählt: Gefühl, Wiedererkennungswert und eine Stimme, die hängen bleibt. Kein überproduzierter Schnickschnack, sondern ein Track, der direkt ins Ohr geht und dort auch erstmal wohnen bleibt.
Was Sonja M. besonders spannend macht, ist dieser Mix aus klassischem Pop-Feeling und persönlicher Note. „Don’t leave me now“ klingt nicht wie ein schnell zusammengebauter Radio-Song, sondern eher wie ein ehrlicher Einblick in Gedanken, die man sonst vielleicht nur nachts im Kopf hat. Genau das kommt an – weil es eben nicht geschniegelt wirkt. Und während viele Artists versuchen, Trends hinterherzulaufen, scheint sie eher ihr eigenes Ding durchzuziehen. Das merkt man auch daran, wie natürlich sie auf der Bühne wirkt: kein großes Drama, sondern einfach Präsenz. So entsteht dieser Moment, in dem man als Publikum denkt: „Okay, da passiert gerade was.“
Mit „Feel the music“ legt sie jetzt direkt nach – diesmal gemeinsam mit Willi Müller geschrieben. Der Titel klingt schon nach einem kleinen Versprechen: weniger Grübeln, mehr Vibe. Und genau das liefert der Song auch. Während „Don’t leave me now“ eher die emotionale Seite zeigt, geht es hier mehr um Energie, Rhythmus und dieses Gefühl, sich einfach treiben zu lassen. Die Zusammenarbeit mit Willi Müller bringt nochmal eine andere Dynamik rein, ohne dass Sonjas Handschrift verloren geht. Im Gegenteil: Es wirkt, als hätte sie jetzt noch mehr Spielfläche für ihre Ideen. Wenn sie diesen Weg weitergeht, könnte aus diesem Erfolg mehr werden als nur ein einzelner Pokal – eher der Startpunkt für eine Karriere, die man im Auge behalten sollte.