Stoppok hat wenig Lust, sein 21. Studioalbum vom permanenten Krisenticker diktieren zu lassen. „Hoppla Hoppla!“ umfasst elf Songs und folgt einer klaren Idee: Hoffnung stiften, ohne deshalb so zu tun, als wäre draußen plötzlich alles prima. Im Titelsong schaut der Ruhrpott-Songwriter lieber auf die Highlights als auf die Nieten. „Ein Stück zusammen gehn“ betont Gemeinsamkeiten, „Wir fordern unser Glück raus“ erklärt das Positive nicht zur Glückssache, sondern zur Aufgabe.
Der erhobene Zeigefinger bleibt dabei weitgehend in der Tasche. Stoppoks Sprachwitz hält den belehrenden Ernst auf Abstand, während Poesie und Pointe seine Texte durchziehen. Es geht um Bodenhaftung in ziemlich bodenlosen Zeiten, um Toleranz als Gegenentwurf zu gesellschaftlicher Verhärtung und um Zuversicht, die nicht aus Wegsehen entsteht. Auch im 70. Lebensjahr gehört für Stoppok zur Bewusstseinserweiterung offenbar weiterhin eine ordentliche Portion Bewusstseinserheiterung. Klingt ohnehin angenehmer als Dauerbeschallung mit Weltuntergang.
Produziert wurde „Hoppla Hoppla!“ von Sebel, der zugleich an den Keyboards zu hören ist. Gemeinsam mit Bassist Reggie Worthy und Schlagzeuger Leo Lazar bildet er Stoppoks langjährige Band. Die Musiker spielten das Album live und analog ein, wodurch Gitarren, Rhythmusgruppe und Tasten unmittelbar zusammenspielen konnten. Statt die elf Stücke im Studio Schicht für Schicht zusammenzubauen, wurde also bewusst auf gemeinsames Musizieren vertraut. Begleitet wird das Album von einer umfangreichen Tour – passende Gelegenheit für Songs, die bereits bei ihrer Entstehung auf das Zusammenspiel einer eingespielten Band gebaut haben.