Stillstehen scheint bei Take That derzeit tatsächlich nicht im Kalender zu stehen. Kaum ist die große „The Circus Live“-Tour beendet, beschäftigen sich Gary Barlow, Howard Donald und Mark Owen bereits mit dem nächsten Kapitel der Band. „Dreamers“ heißt das zehnte Studioalbum der Briten, flankiert von einer gleichnamigen Europatour. Die Dimension fällt nicht gerade klein aus: Insgesamt 31 Shows in 16 Ländern sind für die „Dreamers Tour“ vorgesehen. Auch Deutschland bekommt mehr als einen kurzen Besuch ab. Hannover, die Loreley, Mönchengladbach, Waghäusel, Berlin, Bremen und Tüßling gehören zu den Stationen. In der Hauptstadt geht es für das Trio in die Waldbühne – eine ziemlich passende Größenordnung für eine Band, deren Konzertgeschichte inzwischen mehrere Generationen von Fans umfasst. Bevor allerdings wieder Tourbus, Garderobe und große Bühnen den Tagesablauf bestimmen, liegt der Fokus auf neuer Musik. Nach „You’re A Superstar“ und „
Sweet July“ folgt mit „Feel My Love“ der nächste Song aus der „Dreamers“-Phase. Dafür bleiben Take That diesmal nicht komplett unter sich. Michael Patrick Kelly ist als Gast und Co-Autor beteiligt, ebenso Jamie Scott und Mike Needle. Damit steckt hinter dem Stück ein Songwriter-Team, das weit über die drei bekannten Namen auf dem Bandfoto hinausgeht.
Interessant wird „Feel My Love“ vor allem durch die musikalische Richtung, die in der Vorlage ziemlich konkret beschrieben wird. Take Thats große, mehrstimmige Harmonien treffen auf Country-Anklänge. Das ist zumindest eine Kombination, bei der man kurz genauer hinhört: Der charakteristische Gruppengesang gehört seit Jahrzehnten zur DNA der Band, während Country-Elemente einen anderen Akzent hineinbringen. Michael Patrick Kelly passt als Beteiligter entsprechend nicht nur auf die Gästeliste, sondern war direkt am Schreiben des Songs beteiligt. Gemeinsam mit Gary Barlow, Howard Donald und Mark Owen sowie Jamie Scott und Mike Needle entstand die Nummer als weiterer Baustein für „Dreamers“. Wie stark Kelly letztlich gesanglich neben Take That in Erscheinung tritt und welche Instrumentierung die Country-Anklänge konkret trägt, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor. Genau deshalb wäre es übertrieben, daraus schon eine komplette stilistische Neuerfindung abzuleiten. Sicher ist lediglich: Nach den beiden vorangegangenen Songs zeichnet sich das kommende Album Stück für Stück ab, statt auf einen einzigen großen Vorabtrack reduziert zu werden. „Feel My Love“ bekommt innerhalb dieser Veröffentlichungsfolge zusätzlich Gewicht, weil erstmals Michael Patrick Kelly in dieser neuen Albumphase genannt wird. Und bei einer Band, die ihre mehrstimmigen Arrangements praktisch im Werkzeugkasten mitführt, ist die Kombination mit einem weiteren markanten Sänger zumindest eine konkrete Personalie, die neugierig auf das fertige Ergebnis macht.
Parallel dazu denken Take That bereits deutlich über das Album hinaus. Die geplante „Dreamers Tour“ erstreckt sich über 16 europäische Länder und umfasst 31 Konzerte. Allein die sieben genannten Deutschland-Stationen zeigen, dass hier keine Tournee geplant ist, die nur kurz in den üblichen zwei oder drei Metropolen vorbeischaut. Hannover und Berlin stehen ebenso auf der Route wie Tüßling und Waghäusel; dazu kommen Mönchengladbach, Bremen sowie die Loreley. Gerade die Berliner Waldbühne dürfte dabei zu den markanteren Schauplätzen gehören. Inhaltlich greifen Album und Tour bereits über ihren gemeinsamen Namen ineinander: „Dreamers“ bezeichnet sowohl das zehnte Studioalbum als auch die nächste große Live-Runde von Gary Barlow, Howard Donald und Mark Owen. Zunächst kommt allerdings die Musik. „You’re A Superstar“ und „Sweet July“ haben die neue Phase eröffnet, „Feel My Love“ ergänzt nun ein weiteres Puzzleteil – diesmal mit Country-Anklängen und Michael Patrick Kelly im Autorenkreis. Mehr lässt sich seriös noch nicht daraus ableiten, und das muss auch gar nicht sein. Drei Songs sind schließlich noch keine vollständige Landkarte eines Albums. Für Take-That-Fans gibt es trotzdem schon einiges zum Sortieren: neues Material, ein zehntes Studioalbum und eine umfangreiche Europatour. Der Terminkalender der drei Herren dürfte damit auf absehbare Zeit eher wenig Gelegenheit zum Herumstehen bieten.