Cover: Talla 2XLC - Behind The Storm
7/8
mix1 Bewertung
Single

Behind The Storm

Talla 2XLC

Label: Future Sequence
Kategorie: Dance | Dance & Electronic
Veröffentlichung: 07.08.2026

Talla 2XLC – „Behind The Storm“ mit Vocal Trance

Talla 2XLC gehört seit mehr als drei Jahrzehnten zum festen Personal der elektronischen Musikszene. Eine ziemlich lange Strecke, gerade in einem Genre, dessen Clubs, Labels und technische Möglichkeiten sich mehrfach grundlegend verändert haben. Beim Trance ist der Frankfurter DJ und Produzent dennoch eine konstante Größe geblieben. „Behind The Storm“ knüpft genau dort an und bewegt sich klar im Uplifting Vocal Trance. Statt den Track mit Umwegen einzuleiten, konzentriert sich die Produktion auf jene Bausteine, die in diesem Bereich entscheidend sind: Melodien, Vocals und ein Arrangement, das auf den Dancefloor zugeschnitten ist. Die Stimme bekommt dabei eine tragende Funktion, während die melodischen Elemente den charakteristischen Uplifting-Anteil übernehmen. Wer Talla 2XLC über längere Zeit verfolgt, dürfte mit dieser Ausrichtung wenig Verständnisprobleme haben. Schließlich hat er seine Laufbahn eng mit Trance und dessen Entwicklung verknüpft. Dass er nach mehr als 30 Jahren weiterhin neue Tracks veröffentlicht, ist allein deshalb bemerkenswert, weil zwischen seinen frühen Jahren in der elektronischen Szene und der heutigen Produktionswelt mehrere Generationen von Clubgängern liegen. „Behind The Storm“ versucht allerdings nicht, daraus eine Geschichtsstunde zu machen. Der Blick geht auf den aktuellen Track und dessen klare Funktion im Club.

Gerade der Vocal-Anteil grenzt „Behind The Storm“ von rein instrumentalen Trance-Produktionen ab. Laut den Angaben zur Veröffentlichung treffen hier gefühlvoll angelegte Melodien auf weit nach oben geführte Vocals und eine entsprechend großflächige Klangkulisse. Das klingt auf dem Papier zunächst nach klassischem Uplifting-Vokabular – und genau in diesem Feld bewegt sich die Nummer auch. Experimente außerhalb des Genres werden nicht behauptet, ebenso wenig irgendeine Neuerfindung des Trance. Das wäre bei einem Produzenten mit einer derart langen Verbindung zur Szene ohnehin eine etwas schräge Erwartung. Interessanter ist die Konsequenz, mit der Talla 2XLC seinen musikalischen Kurs weiterführt. Der Track ist für Dancefloors gedacht, gleichzeitig spielt die Vocal-Melodie eine zentrale Rolle. Dadurch entsteht die für Vocal Trance typische Balance zwischen Clubfunktion und einem Songcharakter, der über reine Rhythmik hinausgeht. Die Produktion bleibt also nicht bei Kick, Bass und Synthesizer-Flächen hängen, sondern arbeitet mit einer Stimme als erkennbarem Bezugspunkt. Weitere Angaben zu Sängerin oder Sänger, Studio, verwendeter Technik oder beteiligten Musikern liegen in der Vorlage nicht vor. Deshalb wäre es Kaffeesatzleserei, hier irgendwelche Produktionsdetails dazuzudichten. Fest steht dagegen die stilistische Einordnung: Uplifting Vocal Trance, melodisch angelegt und konsequent für das Trance-Umfeld gedacht.

Spannend ist „Behind The Storm“ außerdem im Kontext von Talla 2XLCs langer Laufbahn. Mehr als drei Jahrzehnte elektronische Musik bedeuten nicht nur viele Veröffentlichungen, sondern auch einen permanenten Wandel der Hörgewohnheiten. Trance selbst hat während dieser Zeit unterschiedliche Hochphasen, stilistische Abzweigungen und neue Generationen erlebt. Der aktuelle Track bleibt nah an jener melodischen Seite des Genres, mit der Talla 2XLC seit Langem verbunden ist. Große Genre-Etiketten braucht es dafür eigentlich nicht. Vocals, weit geführte Melodiebögen und eine auf den Dancefloor ausgerichtete Dramaturgie geben die Richtung bereits ausreichend vor. Gleichzeitig zielt die Nummer laut Veröffentlichung auf die internationale Trance-Community – ein Umfeld, in dem dieser Sound nach wie vor seinen festen Platz hat. Für Talla 2XLC bedeutet „Behind The Storm“ damit keine demonstrative Kursänderung, sondern eine weitere Produktion innerhalb seines bekannten musikalischen Terrains. Das ist in diesem Fall die wesentlich interessantere Information als irgendein erfundener Neustart. Nach mehr als 30 Jahren muss schließlich nicht jeder Track so tun, als wäre gerade das Rad neu erfunden worden. Manchmal reicht es völlig, ziemlich genau zu wissen, auf welchem Dancefloor man unterwegs ist.
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