Einst als Abspaltung der schwedischen Rockband Thundermother belächelt, haben sich THE GEMS längst aus dem Schatten ihrer Vergangenheit gespielt – und das mit einer Wucht, die selbst alteingesessene Genre-Veteranen staunen lässt. Das Power-Trio bestehend aus Guernica Mancini (Gesang), Emlee Johansson (Drums) und Mona Lindgren (Bass/Gitarre) hat mit „Year Of The Snake“ nun sein zweites Album veröffentlicht – und liefert damit den Beweis, dass der Höhenflug kein Zufall war. Der Sound: satt, selbstbewusst und auf den Punkt. Zwischen riffgeladener Härte, melodischem Gespür und feinstem Groove gelingt THE GEMS der Spagat zwischen Tradition und Zeitgeist – mit einem Augenzwinkern, aber ohne jede Ironie.
Was bei anderen Bands nach dem zweiten Album noch nach Findungsphase klingt, fühlt sich bei THE GEMS bereits nach Stadionformat an. „Year Of The Snake“ ist durchzogen von Songs, die zum Mitsingen, Kopfnicken und Luftgitarre spielen einladen – und das nicht nur bei eingefleischten Rock-Fans. Tracks wie „Domino“, „Undiscovered Paths“ oder „Send Me To The Wolves“ vereinen hymnische Refrains mit der unerschütterlichen Energie eines gut geölten Live-Acts. Dabei lassen die Musikerinnen keinen Zweifel daran, dass sie nicht bloß rocken, weil sie es können – sondern weil sie müssen. Die Platte wirkt wie ein Befreiungsschlag mit Ansage: Wir sind da, und wir bleiben.
Was THE GEMS von vielen anderen unterscheidet, ist ihr unerschütterlicher Teamgeist. Hier geht’s nicht um Egos, sondern um Musik, Haltung und echtes Handwerk. „Year Of The Snake“ ist kein glattgebügeltes Produkt, sondern ein leidenschaftlich eingespielter Meilenstein – roh genug für die Garagenromantik, professionell genug für die ganz großen Bühnen. Mit weniger als drei Jahren Bandgeschichte schon als Aushängeschild des modernen Hard Rock gehandelt zu werden, ist keine Selbstverständlichkeit. Doch THE GEMS liefern – und zwar mit Stil, Nachdruck und einem verdammt guten Gefühl für Hooks, die sich im Ohr festsetzen wie Klettverschluss auf Wollpulli.