Mit „Dear God“ melden sich The Pretty Reckless mit einem Album zurück, das deutlich tiefer geht als vieles zuvor. Die Band um Taylor Momsen setzt diesmal weniger auf reine Rock-Attitüde und mehr auf Emotionen, persönliche Geschichten und eine ziemlich direkte Ehrlichkeit. Trotzdem kracht die Platte an den richtigen Stellen gewaltig. Dicke Gitarrenwände, schwere Drums und diese markante Stimme von Momsen sorgen dafür, dass der typische Sound der Band sofort erkennbar bleibt. Gleichzeitig wirkt vieles intensiver und persönlicher als auf den vorherigen Veröffentlichungen.
Besonders Tracks wie „For I Am Death“ zeigen, wie düster und emotional The Pretty Reckless inzwischen unterwegs sind. Der Song baut eine schwere Atmosphäre auf, ohne dabei künstlich dramatisch zu wirken. Ganz anders funktioniert „When I Wake Up“: mehr Tempo, mehr Energie und genau die Art von Refrain, die man nach einmal Hören direkt wieder im Kopf hat. Gerade dieser Wechsel zwischen Härte und Verletzlichkeit macht „Dear God“ spannend. Die Band klingt eingespielt, fokussiert und so, als hätte sie diesmal wirklich alles rausgelassen, was sich angestaut hat.
Taylor Momsen steht dabei klar im Mittelpunkt, ohne dass der Rest der Band untergeht. Ihre Vocals wechseln locker zwischen rauem Druck und verletzlichen Momenten, während die Instrumente oft wie ein kontrolliertes Chaos wirken. Genau dadurch bekommt das Album seine rohe Stimmung. „Dear God“ fühlt sich nicht geschniegelt oder perfekt poliert an – eher wie ein ehrlicher Blick in eine ziemlich turbulente Gedankenwelt. Für Fans von modernem Hard Rock dürfte das Album genau deshalb funktionieren: laut, emotional und ohne große Spielchen.