Es gibt Bands, bei denen ein neuer Release direkt so ein kleines „Okay, jetzt wird’s interessant“-Gefühl auslöst. Genau da sind The Strokes seit Jahren unterwegs. Mit ihrem angekündigten Album „Reality Awaits“ melden sie sich zurück – und allein diese Info reicht schon, um bei vielen den Nostalgie- und Hype-Button gleichzeitig zu drücken. Schließlich haben sie mit ihrem Sound Anfang der 2000er den Indie-Rock einmal komplett neu sortiert. Jetzt also neues Material – und die Frage: Wie klingt das heute?
Die erste Antwort darauf gibt die Single „Going Shopping“. Und die macht ziemlich schnell klar, dass The Strokes ihren Kern nicht verloren haben. Gitarren, die leicht dreckig bleiben, ein Groove, der eher lässig als perfekt ist, und dieser typische Vibe zwischen cool und leicht genervt. Gleichzeitig wirkt der Track nicht wie ein reines Zurückblicken, sondern eher wie ein Update. Weniger roher Garagen-Sound, dafür ein bisschen mehr Feinschliff – ohne dass es zu glatt wird. Genau dieser Spagat ist spannend, weil er zeigt, dass sie nicht einfach versuchen, ihr altes Ich zu kopieren.
„Reality Awaits“ als siebtes Album wirkt damit wie ein weiterer Schritt statt ein Comeback im klassischen Sinne. The Strokes bleiben sich treu, ohne stehenzubleiben. „Going Shopping“ gibt einen ersten Eindruck davon, dass sie immer noch wissen, wie man Songs baut, die gleichzeitig entspannt und ein bisschen unangepasst klingen. Und genau das könnte dafür sorgen, dass sie auch jetzt wieder genau den Nerv treffen – nur eben ein paar Jahre später.