Cover: Tori Amos - In Times of Dragons
7/8
Eigene Redaktionseinschätzung
Album

In Times of Dragons

Tori Amos

Label: In Times of Dragons
Kategorie: Pop | Pop international
Veröffentlichung: 01.05.2026
Produkt erhältlich bei:

Tori Amos: Neues Album „In Times of Dragons“

Wenn Tori Amos ein neues Album raushaut, weiß man: Da kommt kein leichter Pop-Snack, sondern ein musikalisches Kunstwerk mit Tiefgang. „In Times of Dragons“ – ihr mittlerweile 18. Studioalbum – klingt schon im Titel nach epischem Soundtrack zwischen Märchen und Realität. Und genau das liefert sie auch: ein wuchtiges Story-Album über den Kampf gegen Unterdrückung, Tyrannei und politische Düsternis. Ganz Tori eben – mit Flügel, Faust und Feuer. Die Songs erzählen von Widerstand und Aufbruch, von innerer Stärke und äußeren Dämonen (manche davon wohl reptilienartig, wenn man ihren Kommentar zur US-Politik liest). Wer dachte, sie wäre irgendwann müde geworden, hat sich geschnitten: Die Frau bleibt scharfzüngig, wach und künstlerisch auf der Überholspur.

Begleitet wird der Release – logisch – von einer fetten Europatour, der größten seit zehn Jahren. Im Frühling 2026 spielt sie in 17 Ländern und bringt nicht nur neue Tracks auf die Bühne, sondern auch Klassiker aus 35 Jahren Karriere. Mit im Gepäck: ihre langjährigen Mitstreiter Jon Evans und Ash Soan sowie ein Background-Vokal-Trio, das dem Ganzen noch mehr Power verleiht. Das wird kein gemütlicher Nostalgie-Abend, sondern eine geballte Live-Erfahrung zwischen Piano-Zauber und politischer Haltung. Wer Tori schon mal live erlebt hat, weiß: Da steht niemand nur rum. Da wird gefühlt, geschwitzt – und vielleicht auch ein bisschen geweint. Oder gekämpft.

Und dann ist da noch das Album-Artwork. Kein Photoshop-Gedöns, sondern echte Handwerkskunst mit Vintage-Vibe. Die Fotografin Kasia Wozniak hat die Covermotive mit Großformatkamera und RA-4-Verfahren auf echtes Fotopapier gebannt – ein Prozess, so entschleunigt wie bedeutungsvoll. Tori nennt das Ganze ein „Ritual“ – und genauso wirkt es. Die Bilder erzählen visuell, was das Album klanglich macht: Geschichten mit Gewicht, voller Symbolik und Tiefe. Tori Amos bleibt also Tori Amos: unbequem, magisch, mutig – und meilenweit entfernt von musikalischem Mainstream. Und das ist auch gut so.