Troye Sivan startet mit „She’s the Best“ neue Ära
Drei Jahre nach „Something To Give Each Other“ beginnt bei Troye Sivan das nächste Kapitel. Als erster Vorbote seiner kommenden Album-Ära erscheint „She’s the Best“. Viel mehr möchte der australische Popstar vorab offenbar nicht verraten. Informationen zum Sound, zur Produktion oder zum Inhalt des Songs gibt es bislang kaum. Dass neue Musik unterwegs ist, ließ Sivan allerdings schon seit einigen Wochen durchblicken. Auf seinen Social-Media-Kanälen tauchten immer wieder kleine Hinweise auf, ohne dass daraus sofort ein konkretes Bild entstand. Im Juli reichte dafür sogar ein schlichtes „Soon“, also „bald“. Mehr brauchte es nicht, um die üblichen Spekulationen in Gang zu bringen. Inzwischen hat das Rätsel zumindest einen Namen: „She’s the Best“ wurde als erste Single der nächsten Albumphase angekündigt. Wer gehofft hatte, vorab schon sämtliche Details serviert zu bekommen, muss sich trotzdem noch gedulden. Sivan hält die Karten weiterhin ziemlich nah am Körper. Gerade deshalb fällt der Veröffentlichung eine interessante Rolle zu. Es geht nicht bloß um einen einzelnen neuen Track, sondern um den ersten konkreten Hinweis darauf, wohin es nach „Something To Give Each Other“ musikalisch weitergeht.
Ganz ohne Vorprogramm geht die Sache nicht über die Bühne. Noch vor der offiziellen Veröffentlichung wird Troye Sivan den Song erstmals während eines TikTok-Livestreams spielen. Die Premiere steigt am Donnerstagabend in New York und ist aufgrund der Zeitverschiebung am Freitagmorgen deutscher Zeit zu sehen. Damit bekommt der Auftakt zur neuen Albumphase gleich einen öffentlichen ersten Moment, bevor der Track regulär verfügbar ist. Die Wahl eines Livestreams passt zu der bisherigen Ankündigung: Statt vorab lange Erklärungen über Konzept, Produktion und Hintergründe zu verteilen, lässt Sivan zunächst die Musik selbst hören. Für Fans dürfte vor allem spannend sein, wie groß der Abstand zum Vorgänger ausfällt. „Something To Give Each Other“ erschien 2023 und brachte unter anderem „Rush“ sowie „One of Your Girls“ hervor. Beide Songs gehörten zu den zentralen Veröffentlichungen dieser Phase, die Clubmusik, queere Perspektiven, Intimität und groß angelegten Pop miteinander verknüpfte. Besonders „Rush“ entwickelte sich dabei zu einem wichtigen Titel in Sivans bisheriger Karriere. Der Song brachte dem Sänger zwei Grammy-Nominierungen ein und gab dem damaligen Albumzyklus früh eine klare Richtung. Genau diese Vorgeschichte macht die erste neue Single nach drei Jahren automatisch interessant: Nicht, weil bereits bekannt wäre, wie sie klingt, sondern weil bislang eben noch offen ist, welchen Weg Sivan nach diesem Album einschlägt.
„She’s the Best“ muss damit zunächst eine ziemlich einfache Aufgabe erfüllen: hörbar machen, was Troye Sivan seit „Something To Give Each Other“ vorbereitet hat. Ob wieder der Club eine Rolle spielt, ob sich der Sänger musikalisch bewusst von Songs wie „Rush“ entfernt oder an bestimmte Elemente der vergangenen Albumphase anknüpft, lässt sich anhand der bisher veröffentlichten Informationen nicht seriös beantworten. Genau da endet derzeit auch das Rätselraten. Bekannt ist lediglich, dass der Song den Startpunkt einer kommenden Album-Ära markiert. Ein Albumtitel, weitere Songs oder genauere Hintergründe wurden bislang nicht genannt. Die Strategie funktioniert trotzdem erstaunlich unkompliziert. Ein „Soon“ hier, einige Hinweise auf Social Media dort, anschließend Titel und Premiere – fertig ist die kleine Pop-Schnitzeljagd. Große Erklärtexte spart sich Sivan bisher. Nach drei Jahren ohne neues Studioalbum reicht ohnehin schon die Aussicht auf den ersten Song, um die Aufmerksamkeit wieder auf seine Musik zu lenken. Der TikTok-Livestream dürfte nun erstmals klären, was hinter „She’s the Best“ tatsächlich steckt. Danach wird sich auch besser einschätzen lassen, wie deutlich Sivan einen Strich unter die Ästhetik von „Something To Give Each Other“ zieht oder ob einzelne Ideen daraus weiterleben. Bis dahin bleibt erstaunlich wenig Material für voreilige Urteile. Vielleicht ist das sogar ganz angenehm: Erst hören, dann diskutieren.
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