Tünde Jakab – „EXTRA“ und die Kraft des Moments
Tünde Jakab geht mit „EXTRA“ einen ziemlich persönlichen Weg – und genau das macht den Song so greifbar. Statt großer Drama-Kurven setzt sie auf Leichtigkeit und diesen einen Moment, in dem alles andere kurz stillsteht. Geschrieben für ihren neugeborenen Sohn, schwingt in jeder Zeile diese Mischung aus Staunen, Ruhe und einem kleinen bisschen Überforderung mit, die man wohl kaum vermeiden kann. Musikalisch wirkt das Ganze fast schwerelos, als würde der Track genau das umsetzen, was er erzählt: einmal raus aus dem Alltag, rein in so eine Art eigenen kleinen Kosmos.
Dabei bleibt „EXTRA“ nicht nur bei der sehr persönlichen Perspektive hängen. Der Wechsel von „I’m an Extra“ hin zu „You’re an Extra“ öffnet den Song und macht daraus mehr als nur eine Momentaufnahme aus dem Familienleben. Es geht plötzlich um Wertschätzung, um dieses Gefühl, dass jede Person irgendwie besonders ist, auch wenn der Alltag das gerne mal überdeckt. Diese Botschaft kommt ohne große Gesten aus, sondern eher nebenbei, fast so, als würde sie sich einfach zwischen den Zeilen entfalten. Genau das passt gut zu dem warmen, leicht verträumten Sound, der eher trägt als drückt.
Was hängen bleibt, ist vor allem diese positive Grundstimmung, die nie kitschig wirkt, sondern eher ehrlich. „EXTRA“ blendet die schwierigen Seiten des Lebens nicht komplett aus, stellt sie aber bewusst in den Hintergrund und legt den Fokus auf das, was gut ist. Das funktioniert überraschend gut, weil der Song nicht versucht, perfekt zu sein, sondern einfach einen echten Moment einfängt. Und genau dadurch entsteht diese kleine Auszeit, in der man für ein paar Minuten einfach nur zuhört und sich denkt: läuft doch eigentlich.