VIVIN überraschen mit EDM-Single „Dethroned“
Mit „Dethroned“ schmeißt das AT/DE-Duo VIVIN mal eben die eigenen Regeln über Bord – und das fühlt sich ziemlich gut an. Die erste Single aus der neuen EP kommt nicht mit dem vertrauten Indie-Vibe um die Ecke, sondern mit ordentlich EDM-Druck. Statt verträumter Gitarrenflächen gibt’s hier pulsierende Beats, die direkt in die Beine gehen. Überraschung? Ja. Aber keine von der Sorte, bei der man irritiert zurückbleibt. Eher so: kurzer Moment des Staunens – und dann einfach mitwippen.
Was geblieben ist, sind die Stimmen von Hele und Ada. Und genau die sind das emotionale Rückgrat des Tracks. Mal singen sie im engen Unisono, als würden zwei Gedanken gleichzeitig ausgesprochen. Dann wieder öffnen sie den Raum mit einer mehrschichtigen Chorwolke, die sich über den Beat legt wie Nebel über einer nächtlichen Tanzfläche. Dieser Kontrast zwischen kühler Elektronik und warmem Vocal-Teppich macht „Dethroned“ spannend. Der Song spielt mit Erwartungshaltungen, baut Spannung auf und löst sie nicht da auf, wo man es vermuten würde. Textlich geht’s um Machtverhältnisse, innere Kämpfe und das Gefühl, vom eigenen Thron gestoßen zu werden – oder vielleicht selbst runterzuspringen, bevor es jemand anderes tut. Klingt dramatisch, ist aber eher selbstbewusst als wehleidig. Man merkt: Hier wird nicht gejammert, hier wird verarbeitet. Und zwar tanzbar.
Live dürfte das Ganze nochmal eine andere Wucht entwickeln. Wer sich selbst ein Bild machen will, kann „Dethroned“ bei der Release-Show im Kramladen Wien hören. Der Laden ist bekannt für seine intime Atmosphäre – beste Voraussetzungen also, um die neue Soundrichtung direkt zu fühlen. Danach wandert der Track ins Radio und auf die Streaming-Plattformen, bereit für Repeat-Modus und nächtliche Kopfhörer-Sessions. „Dethroned“ wirkt wie ein Neustart ohne Drama, eher wie ein mutiger Schritt zur Seite, um von dort aus neu Anlauf zu nehmen. Wenn das der Ton der kommenden EP ist, dann darf man gespannt sein, wohin diese Tür noch führt.