„xo“ von Æymsz setzt auf Selbstbewusstsein
Mit „xo“ positioniert sich Æymsz ziemlich klar: Hier geht es nicht um leise Töne oder große Dramen, sondern um Attitude. Der Song wirkt wie ein bewusst gesetztes Statement gegen die oft eher nachdenkliche Grundstimmung im deutschsprachigen Pop. Statt Herzschmerz gibt’s Selbstbewusstsein, statt Grübeln eher Bewegung. Musikalisch lehnt sich „xo“ hörbar an internationale Pop-Ästhetiken an, die man sonst eher bei Acts wie Rihanna oder Lady Gaga verortet. Trotzdem versucht Æymsz nicht einfach zu kopieren, sondern diese Energie in einen eigenen Kontext zu setzen. Das Ergebnis ist ein Track, der sofort nach vorne geht und sich klar auf Performance und Vibe konzentriert.
Spannend ist dabei vor allem die Haltung hinter dem Song. Æymsz präsentiert sich nicht als zufälliger Newcomer-Moment, sondern als jemand mit Plan. Die Idee, eine Lücke im Markt zu füllen, klingt erstmal groß, aber im Kontext des Songs wird klar, was gemeint ist: mehr Leichtigkeit, mehr Selbstinszenierung, weniger Schwere. „xo“ funktioniert genau in diesem Rahmen, weil der Track nicht versucht, zu viel zu erzählen. Stattdessen lebt er von seiner Energie und diesem leicht provokanten „Ich mach einfach mein Ding“-Gefühl. Gerade diese Klarheit macht ihn zugänglich und sorgt dafür, dass man schnell drin ist.
Auch der Background von Æymsz spielt da rein. Aufgewachsen in Frankfurt am Main, mit persischen Wurzeln, bringt sie unterschiedliche Einflüsse mit, die sich perspektivisch noch stärker im Sound zeigen könnten. „xo“ wirkt dabei wie ein erster Aufschlag, der vor allem Richtung vorgibt: poppig, selbstbewusst, international gedacht. Es ist kein Song, der sich lange erklärt, sondern einer, der direkt funktioniert und auf Wirkung setzt. Wenn das der Startpunkt ist, dürfte es spannend werden, wie sich dieser Ansatz weiterentwickelt – vor allem, wenn Æymsz ihre Vision konsequent weiterzieht.