zweitraum startet mit „Du bist mein Baby“
Mit „zweitraum“ wirft ein erfahrener Produzent nochmal alles in die Waagschale – nur diesmal komplett auf Deutsch. Nach Jahrzehnten im internationalen Musikzirkus wirkt das Projekt wie ein bewusst gesetzter Cut: weniger globaler Soundbaukasten, mehr persönlicher Ausdruck. Die erste Single „Du bist mein Baby“ kommt genau mit dieser Mischung aus Routine und Neuanfang um die Ecke. Der Song fühlt sich nicht wie ein Debüt an, sondern eher wie jemand, der genau weiß, was er tut – und sich trotzdem erlaubt, emotional offener zu werden als früher. Dieses Spannungsfeld macht den Einstieg direkt interessant.
Soundmäßig bewegt sich zweitraum irgendwo zwischen Singer-Songwriter-Vibes und modernem Deutschpop. Warme Akustikgitarren legen die Basis, darüber schieben sich sanfte Beats und kleine elektronische Elemente, die dem Ganzen eine zeitgemäße Leichtigkeit geben. Der Vergleich mit bekannten Pop-Strukturen ist hörbar, aber nicht aufdringlich – eher wie ein vertrautes Gefühl, das man nicht ganz greifen kann. Besonders auffällig ist der Refrain: eingängig, ohne zu nerven, und genau auf diesen leichten Ohrwurm-Effekt gebaut. Inhaltlich bleibt der Track nah dran am klassischen Thema Liebe, aber ohne große Dramatik. Stattdessen geht’s um Nähe, Verlässlichkeit und dieses ruhige „Wir gegen den Rest“-Gefühl. Das passt gut zu der Zielgruppe, die nicht mehr nach dem nächsten Party-Hit sucht, sondern nach Songs, die im Alltag funktionieren.
Was zweitraum wirklich ausmacht, ist diese „zwischen den Welten“-Perspektive. Als Third Culture Kid bringt das Projekt Einflüsse zusammen, die man so im Deutschpop nicht immer hört: ein Hauch R&B hier, ein bisschen Tropical House da, aber alles sehr dosiert. Es geht nicht darum, Genres zu vermischen, sondern Stimmungen. Genau deshalb wirkt „Du bist mein Baby“ auch so rund – nichts schreit nach Aufmerksamkeit, alles fügt sich. Die Botschaft bleibt dabei klar: Man kann gleichzeitig irgendwo dazugehören und sich trotzdem fremd fühlen. Für ein Projekt mit so viel Background ist der Ansatz überraschend unprätentiös. zweitraum will nicht beweisen, wie viel Erfahrung dahintersteckt – sondern lieber zeigen, wie sich diese Erfahrung anfühlt. Und das funktioniert ziemlich gut.
Video
Tracklist
01 Du bist mein Baby 02:00