Bonnie Tyler ist tot: Ihre letzten Worte berühren
Bonnie Tyler ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Die britische Sängerin starb in einem Krankenhaus in Portugal, wie ihre Familie bestätigte. Wenige Monate zuvor hatte sie der Zeitschrift „SuperIllu“ ein ausführliches Interview gegeben und darin offen über ihre Zukunft, ihre Musik und ihr Privatleben gesprochen. Rückblickend wirken viele ihrer Aussagen heute besonders bewegend. Damals blickte die Musikerin voller Zuversicht nach vorn. Sie sprach über eine geplante Reise nach Portugal, anstehende Konzerte und neue Musik, an der sie weiterarbeiten wollte. An ihren bevorstehenden 75. Geburtstag dachte sie gelassen. „Ich fühle mich eher wie Mitte 40“, sagte sie und machte deutlich, dass sie sich fit und voller Tatendrang fühlte. Ein Karriereende kam für sie nicht infrage. Stattdessen wollte sie weiterhin auf der Bühne stehen und neue Songs aufnehmen. Auch ihre Stimme überließ sie nicht dem Zufall. Nach eigenen Angaben trainierte sie täglich mit einem Stimmcoach, um sie in Form zu halten. Vor jedem Auftritt gehörte außerdem ein festes Ritual dazu. In einer kleinen Tasche bewahrte sie mehrere Engel und ein Kreuz auf, die sie vor dem Gang auf die Bühne begleiteten. Die Aussagen aus dem Gespräch mit der „SuperIllu“ zeigen eine Künstlerin, die auch nach Jahrzehnten im Musikgeschäft mit großer Disziplin arbeitete und den Kontakt zu ihrem Publikum nicht verlieren wollte.Bonnie Tyler wurde als Gaynor Hopkins im walisischen Skewen geboren und wuchs als viertes von sechs Kindern in einfachen Verhältnissen auf. Bevor ihre Musikkarriere begann, arbeitete sie als Kassiererin und sang abends in Clubs und Pubs. Mit „Lost In France“ gelang ihr der erste größere Erfolg. Ein Jahr später machte „It’s a Heartache“ sie international bekannt. Anfang der 1980er-Jahre folgte der weltweite Durchbruch. Gemeinsam mit dem Songwriter Jim Steinman entstand „Total Eclipse of the Heart“, wenig später erschien „Holding Out For A Hero“. Beide Titel gehören bis heute zu ihren bekanntesten Aufnahmen und wurden vielfach in Filmen, Fernsehproduktionen und Werbespots verwendet. Ihre markante Reibeisenstimme entstand nach einer Stimmbandoperation. Eigentlich sollte sie ihre Stimme mehrere Wochen schonen. Aus Frust schrie sie jedoch eines Tages laut auf und veränderte ihre Stimme dauerhaft. Gerade dieser unverwechselbare Klang wurde später zu ihrem Markenzeichen. Im Laufe ihrer Karriere veröffentlichte Bonnie Tyler mehr als 80 Singles und 18 Studioalben, verkaufte Millionen Tonträger und erhielt drei Grammy-Nominierungen. Auch in den vergangenen Jahren stand sie regelmäßig auf der Bühne. Besonders in Deutschland, Österreich, Frankreich und Norwegen blieb sie ein gefragter Live-Act. Für ihre Verdienste um die Musik wurde sie außerdem zum Mitglied des Order of the British Empire ernannt.
Besonders persönlich wurde Bonnie Tyler im Gespräch mit der „SuperIllu“, als sie über ihren Ehemann Robert Sullivan sprach. Beide waren seit 1973 verheiratet und führten über mehr als fünf Jahrzehnte eine außergewöhnlich beständige Ehe. „Ich bin noch immer sehr verliebt in meinen Mann – und er in mich“, sagte sie. Gleichzeitig erklärte sie, wie froh sie darüber sei, ihren Mann bereits kennengelernt zu haben, bevor ihre Karriere weltweit Fahrt aufnahm. Auch über ihre Auftritte sprach sie mit großer Freude. Vor allem Open-Air-Konzerte lagen ihr am Herzen, weil dort oft mehrere Generationen gemeinsam ihre Musik feierten. Außerdem erinnerte sie sich an ihren Grammy-Auftritt, den sie trotz großer Nervosität als einen der prägendsten Momente ihrer Laufbahn bezeichnete. Anfang Mai musste Bonnie Tyler in Portugal notoperiert werden und lag anschließend mehrere Wochen im künstlichen Koma. Mitte Juni erklärten Familie und Team noch, sie sei wieder aufgewacht und die Ärzte blickten vorsichtig optimistisch auf ihre weitere Genesung. Wenig später starb die Sängerin unerwartet an den Folgen ihrer Erkrankung. Mit Liedern wie „It’s a Heartache“, „Total Eclipse of the Heart“, „Holding Out for a Hero“ und „Lost in France“ hinterlässt Bonnie Tyler ein Werk, das Generationen begleitet hat. Ihr letztes großes Interview mit der „SuperIllu“ wirkt heute wie ein persönlicher Rückblick auf ein Leben, das von der Musik, der Bühne und der langjährigen Liebe zu ihrem Ehemann geprägt war.