Buch „Auserwählt“: Verliebt in einen großen Star

Meldung vom 05.06.2026

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Foto zur News Buch „Auserwählt“: Verliebt in einen großen Star vom 05.06.2026
© Goldblatt Verlag

Buch „Auserwählt“: Verliebt in einen großen Star

In „Auserwählt“ verarbeitet die Berliner Autorin Marie Franz eine Erfahrung, die sie nach eigenen Angaben viele Jahre begleitet hat. Das autobiografische Buch erzählt von der Verliebtheit eines jungen Mädchens in einen deutlich älteren und bekannten Musiker. Die Autorin schildert dabei, wie Bewunderung, Nähe und das Gefühl, etwas Besonderes zu sein, ihre Wahrnehmung geprägt haben. Erst mit zeitlichem Abstand beginnt sie, die damaligen Ereignisse neu einzuordnen und Fragen zu stellen, die sie sich als Jugendliche nicht gestellt hat. Dabei entsteht kein klassischer Enthüllungsbericht, sondern eine sehr persönliche Reflexion über Macht, Abhängigkeit und die Schwierigkeit, problematische Situationen als solche zu erkennen.

Besonders interessant ist die literarische Form. Marie Franz verbindet Prosatexte mit lyrischen Passagen und eröffnet damit einen direkten Blick in die Gedankenwelt ihres jüngeren Ichs. Laut den Schilderungen im Buch stehen weniger einzelne Ereignisse als vielmehr die emotionalen Folgen im Mittelpunkt. Die Autorin beschreibt Unsicherheiten, Sehnsüchte und innere Konflikte, die sie über viele Jahre beschäftigt haben. Dadurch entwickelt „Auserwählt“ eine große Nähe zur Leserschaft und regt dazu an, über Machtgefälle in Beziehungen nachzudenken. Die Stärke des Buches liegt dabei vor allem in seiner sensiblen und nachvollziehbaren Aufarbeitung eines Themas, das häufig mit Scham und Schweigen verbunden ist.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält das Buch durch die öffentliche Debatte, die durch Recherchen der Süddeutschen Zeitung ausgelöst wurde. Dort berichteten mehrere Frauen über ihre Erfahrungen mit dem Liedermacher Konstantin Wecker, darunter auch Marie Franz. Die Autorin schildert in ihrem Buch ihre persönlichen Erlebnisse und macht deutlich, warum sie sich erst viele Jahre später entschlossen hat, darüber zu sprechen. Gerade dieser Perspektivwechsel zwischen der Sicht des jungen Mädchens von damals und der reflektierenden Erwachsenen von heute verleiht „Auserwählt“ seine besondere Wirkung. Das Buch versteht sich als Beitrag zu einer gesellschaftlichen Diskussion über Grooming, Verantwortung und Machtmissbrauch und zeigt, warum solche Gespräche auch heute noch notwendig sind.

Buch „Auserwählt“: Verliebt in einen großen Star
Quelle: Goldblatt Verlag / mix1 · Kurz-Url: https://www.mix1.de/n95470


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