Die Toten Hosen zwischen Druck und Abschied

Meldung vom 24.04.2026

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Foto zur News Die Toten Hosen zwischen Druck und Abschied – Toten Hosen vom 24.04.2026
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Die Toten Hosen zwischen Druck und Abschied

Wenn eine Band wie Die Toten Hosen ihr letztes Studioalbum angeht, dann ist das keine normale Recording-Session mehr, sondern eher so ein emotionaler Ausnahmezustand auf Dauer. Genau da setzt „Was bleibt: Die Toten Hosen – Das letzte Album“ an und geht ungewöhnlich nah ran. Regisseur Eric Friedler begleitet die Band über einen langen Zeitraum und zeigt Dinge, die sonst eher im Verborgenen bleiben. Kein glattgebügeltes Bandporträt, sondern ein Blick mitten rein in den kreativen Stress, in Diskussionen, Zweifel und diese kleinen Momente, in denen plötzlich ein Song entsteht. Vor allem Campino wirkt dabei wie der Antreiber, der den Druck hochhält und gleichzeitig weiß, dass hier gerade ein Kapitel zu Ende geht.

Im Studio wird schnell klar: Nostalgie bringt hier niemanden weiter. Die Band arbeitet sich durch Ideen, verwirft Songs wieder und fängt gefühlt ständig von vorne an. Genau dieser Prozess macht die Doku spannend, weil er zeigt, wie viel Arbeit hinter Musik steckt, die später so selbstverständlich klingt. Gleichzeitig schwebt immer dieses „letzte Mal“-Gefühl über allem. Aussagen von Mitgliedern wie Andi oder Breiti machen deutlich, dass ihnen die Tragweite bewusst ist. Es geht nicht nur um ein weiteres Album, sondern um einen Abschluss, der sitzen muss. Und das sorgt für Reibung – aber auch für genau die Energie, die man von den Hosen kennt.

Neben dem Studio-Alltag nimmt der Film auch die Live-Seite mit, inklusive Tourmomenten, die plötzlich eine ganz andere Bedeutung bekommen. Für Gitarrist Kuddel wird jedes Konzert ein bisschen zu einem möglichen Abschied, was dem Ganzen eine ungewohnte Schwere gibt. Trotzdem bleibt die politische Haltung der Band präsent, fast wie ein roter Faden durch alles. „Was bleibt“ ist damit mehr als nur Musik-Doku – es ist ein ehrlicher Blick auf eine Band, die sich nicht einfach leise verabschieden will, sondern nochmal alles reinlegt. Und genau das macht den Film sehenswert, selbst wenn man kein Hardcore-Fan ist.

ab dem 20.05. in der ARD-Mediathek
am 23.05. auf Das Erste
Quelle: JKP / mix1 · Kurz-Url: https://www.mix1.de/n95435
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