„Da waren noch unbeglichene Rechnungen“, sagt er über sein neues Werk – und meint damit nicht nur musikalische Themen. Lan Juks sei eine Konfrontation mit seinem jungen Ich, dem heranwachsenden Battlerapper aus Kreuzberg, der sich einst als Mobbingopfer fühlte, fremdbestimmt und machtlos. Heute steht da ein Mann, der seinen Frieden gefunden hat – inner peace, wie er es nennt. Doch dieser Frieden bedeutet keineswegs, dass Savas jetzt leiser wird. Im Gegenteil: Die Tracks klingen gewohnt direkt, technisch präzise, und textlich gnadenlos. Keine Altersmilde, sondern Altersstärke.
Im Gespräch zeigt sich Savas auch offen gegenüber der neuen Rap-Generation – Namen wie Ikkimel oder Labubus fallen respektvoll. Gleichzeitig macht er klar, dass Erfahrung kein Makel ist, sondern ein Vorteil. Wer ihn abschreiben will, muss schon bessere Argumente liefern als sein Geburtsdatum. Die Szene habe sich verändert, sagt er, aber Rap bleibe für ihn ein Raum für Ehrlichkeit und Relevanz – egal ob mit 20 oder 50. Wer Kool Savas zuhört, merkt: Hier spricht keiner aus der Vergangenheit, sondern jemand, der im Jetzt angekommen ist – und immer noch was zu sagen hat.