rbb Doku: Clubsterben in Berlin: Was jetzt getan werden muss
Berlin ohne Clubs? Klingt ungefähr so falsch wie Currywurst ohne Soße. Aber genau das passiert gerade: Immer mehr Clubs machen dicht – zuletzt der queere Kult-Spot „SchwuZ“, der fast ein halbes Jahrhundert lang nicht nur gefeiert, sondern auch aufgerüttelt hat. Ein Ort, an dem Glitzer, Politik und Community verschmolzen. Für Drag-Ikonen wie Betty Büchse und Kaey war das „SchwuZ“ mehr als ein Dancefloor – es war Wohnzimmer, Bühne und sicherer Hafen in einem. Jetzt? Insolvenz. Aus. Und das ist kein Einzelfall: Steigende Mieten, Gentrifizierung und ein verändertes Ausgehverhalten setzen der Szene mächtig zu. Und man fragt sich: Was bleibt eigentlich von Berlins Club-DNA?Zum Glück gibt’s Leute, die nicht einfach zuschauen, wie das Nachtleben langsam ausblutet. Zum Beispiel Emiko Gejic von der Clubcommission, die ihre Club-Tour auf dem R.A.W.-Gelände startet – einer Oase aus Industrie-Charme, Subkultur und jeder Menge Bass. Endstation ist der Club „Renate“, wo Zoe Eulental und ihr Team um den Erhalt ihrer kreativen Spielwiese kämpfen. Die „Renate“ ist mehr als ein Club: Hier wird auch Kunst gemacht, getüftelt, ausprobiert. Klar, dass das nicht einfach zu ersetzen ist. Doch genau das ist die Herausforderung: Räume schaffen – und halten –, in denen Freigeister nicht nur tanzen, sondern sich entfalten können.
Film von Friederike Schlumbom und Alix François Meier