rbb Doku: Clubsterben in Berlin: Was jetzt getan werden muss

Meldung vom 17.01.2026

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Foto zur News rbb Doku: Clubsterben in Berlin: Was jetzt getan werden muss vom 17.01.2026
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rbb Doku: Clubsterben in Berlin: Was jetzt getan werden muss

Berlin ohne Clubs? Klingt ungefähr so falsch wie Currywurst ohne Soße. Aber genau das passiert gerade: Immer mehr Clubs machen dicht – zuletzt der queere Kult-Spot „SchwuZ“, der fast ein halbes Jahrhundert lang nicht nur gefeiert, sondern auch aufgerüttelt hat. Ein Ort, an dem Glitzer, Politik und Community verschmolzen. Für Drag-Ikonen wie Betty Büchse und Kaey war das „SchwuZ“ mehr als ein Dancefloor – es war Wohnzimmer, Bühne und sicherer Hafen in einem. Jetzt? Insolvenz. Aus. Und das ist kein Einzelfall: Steigende Mieten, Gentrifizierung und ein verändertes Ausgehverhalten setzen der Szene mächtig zu. Und man fragt sich: Was bleibt eigentlich von Berlins Club-DNA?

Zum Glück gibt’s Leute, die nicht einfach zuschauen, wie das Nachtleben langsam ausblutet. Zum Beispiel Emiko Gejic von der Clubcommission, die ihre Club-Tour auf dem R.A.W.-Gelände startet – einer Oase aus Industrie-Charme, Subkultur und jeder Menge Bass. Endstation ist der Club „Renate“, wo Zoe Eulental und ihr Team um den Erhalt ihrer kreativen Spielwiese kämpfen. Die „Renate“ ist mehr als ein Club: Hier wird auch Kunst gemacht, getüftelt, ausprobiert. Klar, dass das nicht einfach zu ersetzen ist. Doch genau das ist die Herausforderung: Räume schaffen – und halten –, in denen Freigeister nicht nur tanzen, sondern sich entfalten können.

Und es gibt Hoffnung: Menschen wie Ukai Ndame und Aziz Sarr, die mit dem Club „Maaya“ einen neuen Sound ins Spiel bringen. Afrikanische Beats, Community-Vibes und eine klare Vision, wie Diversität im Nachtleben aussehen kann. Auch am ehemaligen Flughafen Tegel wird umgedacht: In der alten Frachtkantine entsteht ein neues Kulturzentrum samt Club – ein echtes Modellprojekt. Klar ist: Wenn Berlin seine Clubszene retten will, braucht’s mehr als Nostalgie. Es braucht mutige Ideen, echte Beteiligung und Räume, die mehr sind als Tanzflächen. Denn das Nachtleben der Hauptstadt war nie nur Party – es war immer auch politisch, kreativ, verrückt. Und genau das darf nicht einfach verschwinden.

Film von Friederike Schlumbom und Alix François Meier
Quelle: mix1 / rbb · Kurz-Url: https://www.mix1.de/n95384
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