Schallplatte wächst um 9,8 Prozent in Deutschland

Meldung vom 07.09.2026

Musikbusiness - News

Foto zur News Schallplatte wächst um 9,8 Prozent in Deutschland vom 07.09.2026
© mix1 | Schallplatte bleibt knapp hinter der CD
Die Schallplatte gewinnt im deutschen Musikmarkt weiter an Gewicht. Im ersten Halbjahr 2026 legte Vinyl um 9,8 Prozent zu und kam damit auf 47,8 Prozent des physischen Musikmarkts. Die Zahlen stammen aus dem Halbjahresreport des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI). Bemerkenswert ist weniger die bloße Tatsache, dass Platten weiterhin gekauft werden, sondern das Tempo: Der gesamte physische Markt wuchs im gleichen Zeitraum um 5,3 Prozent. Vinyl entwickelte sich damit deutlich schneller. Nach Angaben des Verbands spielten starke Albumveröffentlichungen im Frühjahr eine wichtige Rolle für das Plus bei physischen Tonträgern. Ganz an der Compact Disc vorbeigeschoben hat sich die LP allerdings noch nicht. Die CD bleibt die umsatzstärkste physische Tonträgerform, obwohl ihr Zuwachs mit 0,8 Prozent wesentlich kleiner ausfällt. Bei einem Vinyl-Anteil von 47,8 Prozent fehlen der Schallplatte nur gut zwei Prozentpunkte zum rechnerischen Gleichstand innerhalb des physischen Segments. Das alte Duell CD gegen Vinyl bekommt damit eine etwas kuriose Fortsetzung: Während der eine Tonträger seit Jahren regelmäßig für tot erklärt wird und der andere lange als Liebhabersache galt, wachsen derzeit beide.

Für die Größenverhältnisse im gesamten deutschen Musikgeschäft braucht es allerdings einen weiteren Blick auf die Zahlen. Digitale Angebote stehen für 86,4 Prozent der Erlöse, physische Tonträger für 13,6 Prozent. Streaming bleibt entsprechend der zentrale Umsatzbringer. Abonnements und werbefinanzierte Dienste kommen zusammen auf 84,4 Prozent der Branchenerlöse und legten im ersten Halbjahr um 5,5 Prozent zu. Insgesamt weist der BVMI Branchenerlöse von 670 Millionen Euro aus. Vinyl wächst also deutlich, ohne die Kräfteverhältnisse im Gesamtmarkt auf den Kopf zu stellen. Interessant wird die Entwicklung vielmehr innerhalb des physischen Geschäfts. Dort ist die Platte längst keine kleine Randerscheinung mehr. Fast jeder zweite Euro des Segments entfällt rechnerisch auf Vinyl. Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH, sieht darin eine bewusste Kaufentscheidung neben dem Streaming und verweist auf veränderte Anforderungen an die Wiedergabekette. Genau an diesem Punkt unterscheidet sich die Schallplatte von einem zusätzlichen digitalen Abo: Wer Vinyl kauft und tatsächlich hören möchte, braucht passende Hardware. Plattenspieler, Tonabnehmer, Phonostufe und die Aufstellung des Laufwerks werden damit wieder zu Themen, die über eine kleine HiFi-Nische hinausreichen. Bei riemengetriebenen Plattenspielern gehört etwa die Entkopplung von Motorvibrationen zu den konstruktiven Fragen, die bei Auswahl und Einrichtung eine Rolle spielen.

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Der Halbjahresreport ist zugleich ein guter Schutz vor vorschnellen Vinyl-Boom-Erzählungen. Denn die 47,8 Prozent beziehen sich auf den physischen Musikmarkt, nicht auf den gesamten Branchenumsatz. Dort dominiert Streaming mit großem Abstand. Die Platte gewinnt also innerhalb eines vergleichsweise kleinen, aber wachsenden Marktsegments an Boden. Ebenso wichtig: Die CD schrumpft in diesem Zeitraum nicht, sondern legt ebenfalls leicht zu. Das Bild ist deshalb differenzierter als die bekannte Geschichte vom analogen Gewinner und digitalen Verlierer. Tatsächlich wachsen Vinyl, CD und Streaming gleichzeitig, nur mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und auf sehr unterschiedlichen Umsatzniveaus. Der BVMI weist seine Zahlen zudem auf zwei Ebenen aus: Industrieerlöse der Labels und Umsätze auf Handelsebene. Solche Abgrenzungen sind relevant, wenn Marktanteile miteinander verglichen werden. Für Handel und HiFi-Branche bleibt vor allem die Entwicklung der Schallplatte interessant. Ein Plus von 9,8 Prozent bei bereits 47,8 Prozent Anteil am physischen Segment bedeutet, dass Vinyl nicht mehr allein über Sammler, Sondereditionen oder Retro-Vorlieben erklärt werden kann. Die Kaufentscheidung hat außerdem eine technische Konsequenz, die beim Streaming entfällt: Eine Platte braucht ein mechanisches Wiedergabesystem. Je mehr Vinyl tatsächlich gehört und nicht nur ins Regal gestellt wird, desto stärker dürfte deshalb auch die Frage nach geeigneten Plattenspielern und einer sauber abgestimmten Wiedergabekette in den Vordergrund rücken. ####### Vinyl wächst in Deutschland weiter deutlich. Die Schallplatte legte im ersten Halbjahr 2026 laut Halbjahresreport des Bundesverbands Musikindustrie um 9,8 Prozent zu und erreicht inzwischen 47,8 Prozent des physischen Musikmarkts. Damit entwickelt sich Vinyl schneller als das gesamte physische Segment, das um 5,3 Prozent wuchs. Noch liegt die Compact Disc vorne. Ihr Plus fällt mit 0,8 Prozent jedoch wesentlich kleiner aus. Zum rechnerischen Gleichstand fehlen der LP nur gut zwei Prozentpunkte. Streaming bleibt von diesem Rennen weitgehend unberührt: Digitale Angebote stehen für 86,4 Prozent der Erlöse, Abonnements und werbefinanzierte Streamingdienste allein für 84,4 Prozent. Insgesamt weist der BVMI Branchenerlöse von 670 Millionen Euro aus. Die Zahlen zeigen deshalb keinen Wechsel von Streaming zurück zum Tonträger. Vielmehr wächst die Bedeutung von Vinyl innerhalb des physischen Geschäfts. Für den HiFi-Handel ist das relevant, weil eine Schallplatte im Gegensatz zum Stream entsprechende Wiedergabetechnik voraussetzt. Plattenspieler, Tonabnehmer, Phonostufe und eine vernünftige Aufstellung bleiben damit praktische Themen für Käufer.
Quelle: Provimedia GmbH / mix1 · Kurz-Url: https://www.mix1.de/n95523


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