Fortissima! ist weit mehr als eine biografische Sammlung: Es ist ein Weckruf. Namen wie Amy Beach, Florence Price oder Henriëtte Bosmans stehen stellvertretend für Generationen von Frauen, die sich trotz gesellschaftlicher Hürden eine Stimme verschafften – oft im wörtlichsten Sinn. Gromes stellt nicht nur deren Lebenswege vor, sondern hinterfragt auch, wie Geschlechterrollen in der Musikgeschichte gewirkt haben – und es bis heute tun. Das Buch liest sich dabei nie wie ein erhobener Zeigefinger, sondern eher wie ein inspirierendes Gespräch mit einer begeisterten Freundin, die einem beim Kaffee plötzlich eine ganz neue Welt eröffnet.
Die Mischung aus fundiertem Wissen, persönlicher Reflexion und der spürbaren Freude an der Musik macht Fortissima! zu einer unterhaltsamen und wichtigen Lektüre – nicht nur für Klassik-Fans. Es ist eine Einladung, das eigene Hören zu erweitern und die Ohren für Stimmen zu öffnen, die viel zu lange übertönt wurden. Wer dieses Buch aufschlägt, wird Klassik anders wahrnehmen – und sich fragen, warum es so lange gedauert hat.