Zwischen Beat und Byte: Macht KI unsere Musik besser – oder kaputt?
Die KI kann Beethoven. Und Grimes. Und Hansi Lang. Und alles dazwischen. Was klingt wie ein schlechter Witz auf einem Musik-Festival, ist inzwischen Realität. Denn künstliche Intelligenz mischt sich nicht nur in unsere Playlists, sie komponiert, produziert, singt – und erweckt sogar tote Legenden zu neuem Leben. Der französische Musiker Benoît Carré aka Skygge war einer der Ersten, der die KI losgelassen hat. Schon 2018 haute er das erste KI-Album der Welt raus – mit Klängen irgendwo zwischen Beatles-Vibes und Science-Fiction. Sein Song „Océan Noir“ klingt, als hätten sich Franz Schubert, eine Samba-Trommel und Grimes nachts in einem Cyberspace-Studio getroffen. Klingt verrückt? Ist es auch – und irgendwie auch verdammt gut.Für die amerikanische Musikerin Portrait XO (bürgerlich: Rania Kim) ist die KI kein Feind – sondern ihre kreative BFF. Nachdem sie aus dem klassischen Pianistenzirkus ausgestiegen ist, hat sie sich mit elektronischer Musik und KI-Tools ausgetobt. Für sie ist KI wie ein Instrument – ohne dabei zu vergessen, dass Urheberrechte trotzdem keine digitale Spielwiese sind. Kritischer sieht das der Wiener Produzent Zebo Adam. Musik sei Gefühl, sagt er – und das könne die KI (noch) nicht. Trotzdem hat gerade er bei einem KI-Projekt mitgemacht: Beim neuen Album von Austropop-Ikone Hansi Lang wurde dessen Stimme per KI wiederbelebt. Klingt absurd – fühlt sich aber für Fans fast wie ein Wiederhören an. Vielleicht liegt die Wahrheit also irgendwo dazwischen: zwischen Mensch und Maschine, zwischen Gänsehaut und Algorithmus.