Bruce Springsteen hat mal eben einen Song rausgehauen – nicht über Trucks, Highways oder Heartland-Romantik, sondern über die „Streets of Minneapolis“. Kein nostalgischer Rock-Ritt diesmal, sondern eine klare politische Ansage. Der Song ist innerhalb weniger Tage entstanden und trifft genau ins Mark der aktuellen US-Realität: Zwei Menschen, Alex Pretti und Renée Good, wurden in Minneapolis von Bundesagenten erschossen. Springsteen widmet den Track den Opfern, ihren Familien und der ganzen Community – speziell den Einwander:innen, die gerade zwischen Angst und Wut leben. Und wer den Boss kennt, weiß: Wenn er was sagt, meint er’s ernst.
In seinen Social-Media-Posts klingt Springsteen nicht wie ein Musiker, der Promo für sein nächstes Album macht, sondern wie ein Aktivist, der’s einfach nicht mehr aushält. „State terror“, schreibt er – also staatlicher Terror, der auf Minneapolis losgelassen wurde. Das klingt schwer, ist aber genau das, was viele Menschen in der Stadt gerade fühlen. Renée Good wurde am 7. Januar bei einem ICE-Einsatz erschossen. Am 24. Januar traf es Alex Pretti, einen Krankenpfleger, der laut Videoaufnahmen wohl nur ein Handy in der Hand hatte. Beide Fälle lösten heftige Proteste aus – gegen ICE, gegen aggressive Einsätze, gegen eine Politik, die Angst statt Schutz bringt. Und mittendrin: Springsteen, der mit seinem Song Haltung zeigt.
„Streets of Minneapolis“ ist musikalisch eine düstere Ballade mit klaren Worten – kein Pop, kein Chart-Geblubber. Stattdessen: Namen, Fakten, Schmerz. Wer „Streets of Philadelphia“ kennt, spürt die bewusste Parallele. Damals ging’s um Aids und Ausgrenzung, heute um Polizeigewalt und Rassismus. Der Song macht keinen Hehl daraus, wer hier gemeint ist: ICE, die Trump-Administration, ein System, das bestimmte Menschen systematisch gefährdet. Der Boss nutzt seine Stimme nicht nur zum Singen – sondern auch, um zu sagen: Genug ist genug.