Tiemo Hauer veröffentlicht mit „du bist gef*ckt“ einen Song, der auffällt, weil er nichts beschönigt. Statt eingängigem Pop liefert er ein reduziertes Klavierstück, das stark vom Chanson inspiriert ist. Der Vergleich mit Charles Aznavour liegt nahe, vor allem wegen der schonungslosen Ehrlichkeit, die auch dessen Mes Emmerdes auszeichnet. Hauer richtet den Blick dabei komplett auf sich selbst und erzählt von gescheiterten Erwartungen, beruflichen Umwegen und der eigenen Realität.
Besonders eindrücklich ist sein trockener Humor, etwa wenn er seine Karriere mit einem Job an der Kasse eines Jazz-Clubs kommentiert. Das wirkt nicht inszeniert, sondern authentisch. Genau dieser Mix aus Selbstironie und Ehrlichkeit macht den Song so stark. Fans von Danger Dan oder Tristan Brusch dürften sich hier schnell wiederfinden. „du bist gef*ckt“ ist kein leichter Song, aber einer, der hängen bleibt – gerade weil er so direkt ist.